Robert Daum (EHC Liwest Black Wings Linz) Reinhard Eisenbauer

Linz entthront den Meister aus Bozen in Spiel 7



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Freitag, 20.März 2015 - 22:00 - Die Spezialisten für Spiel 7 haben wieder zugeschlagen. Zum dritten Mal in den letzten vier Jahren gewannen die Black Wings ein Entscheidungsmatch in den Play Offs und setzten sich zu Hause gegen den nun entthronten Meister aus Bozen mit 4:3 durch. Damit treffen die Linzer ab Sonntag im Halbfinale auf die Vienna Capitals.

Mit einem Schock begann dieses alles entscheidende siebte Spiel für die Hausherren. 27 Minuten vor Spielbeginn bekam Mike Ouzas noch beim Aufwärmen einen Schuss aufs linke Knie und musste sofort in die Kabine. Dort wurde die starke Schwellung getaped und auch medikamentös behandelt, aber die Schmerzen blieben. Dennoch versuchte es Mike Ouzas in diesem wichtigen Match.

Wie nicht anders zu erwarten starteten die Gastgeber mit Druck, mussten aber in einer spektakulären Anfangsphase gleich mehrere Rückschläge einstecken. Marco Insam brachte den HC Bozen mit dem allerersten Torschuss in Führung und auch auf den umgehenden Ausgleichstreffer der Black Wings fanden die Italiener eine schnelle Antwort. In der 4. Minute kassierten die Linzer nicht nur das 1:2, sondern verloren auch noch Mike Ouzas. Dieser verletzte sich bei seiner versuchten Rettungsaktion endgültig und musste ab diesem Zeitpunkt seinem Backup Thomas Dechel Platz machen.

Ouzas verletzt, Dechel rein
Dieser wurde erstmals seit dem 3. März ins Wasser geworfen, was von Seiten der Fans des HCB mit Jubel begrüßt wurde. Doch nach dieser hektischen ersten Phase wurde das Match strukturierter, die Gastgeber dominierten das Geschehen am Eis und machten viel Druck auf Jarlosav Hübl. Der war unter Dauerbeschuss, aber auch die Foxes blieben permanent gefährlich und kamen zu einigen richtig guten Kontermöglichkeiten. Diese gingen aber vorbei oder aber wurden von Thomas Dechel irgendwie noch abgelenkt.

Die Hibosbotschaften für die Gastgeber wurden allerdings nicht weniger - zuerst musste Patrick Spannring für einige Minuten in der Kabine behandelt werden, wenig später krümmte sich auch noch Franklin MacDonald vor Schmerzen auf der Bank. Das, was die Fans von den Black Wings gefordert hatten, machten sie auch: sie warfen alles in dieses Match, hatten aber dabei nicht nur kein Glück, sondern auch noch jede Menge Schmerzen.

Der Meister hatte nun alle Trumpfkarten in der Hand, aber er nützte sie nicht. Vor der Pause hatte Franklin MacDonald noch mit Schmerzen gekämpft, in der 23. Minute schoss der Verteidiger den Ausgleich für die Black Wings. Und das war noch nicht alles, denn die Linzer spielten jetzt wie aufgedreht. Eine Weltklassekombination von Piche und Hisey führte nur hauchdünn nicht zum Erfolg, Jason Ulmer konnte die Scheibe am schon geschlagenen Jaroslav Hübl zwar vorbeibringen, traf aber nicht ins Tor.

Bozen taucht ab, Linz geht in Führung
Vom HC Bozen sah man in diesem zweiten Drittel nicht mehr viel. Nur Derek Nesbitt verzog einmal knapp aus dem Hinterhalt, ansonsten hielt man sich in diesem Abschnitt fast ausschließlich vor dem Tor der Südtiroler auf. Rob Hisey war es letzten Endes, der seine Torsperre in der 30. Minute beendete und aus unmöglichem Winkel ins kurze Kreuzeck traf. Der Jubel in der Keine Sorgen EisArena kannte keine Grenzen, denn die Stahlstädter spielten wie aufgezogen. Brian Lebler zog nur Sekunden nach der erstmaligen Führung aus der Halbdistanz so hart ab, dass Jaroslav Hübl die Scheibe wieder aus der fiel. Ohne Konsequenzen, zum Glück für den Titelverteidiger. Dieser fand zwar in den letzten Minuten dieses Abschnitts wieder etwas besser ins Match, Ausgleich war aber keiner in Sicht. Stattdessen konnten die Foxes von Glück sprechen, dass dieses Mitteldrittel nur mit einem 0:2 endete und man noch immer alle Chancen hatte, dieses Match zu drehen.

Und diese Möglichkeit blieb bestehen, denn Patrick Spannring ließ für die Linzer ein 1 gegen 0 Break aus, eine Minute später passte die Linzer Abwehr nicht auf und Justin Keller vollstreckte in der Mitte stehend einen Querpass. Der Ausgleich für den HCB, der bis dahin müde gewirkt hatte - praktisch aus dem Nichts. Aber wieder ein Beweis, dass diese Foxes nie aufgeben und in jeder Phase einer Partie gefährlich sein können. Das taten auch die Oberösterreicher nicht. In der 51. Minute jubelten die Black Wings schon über ein Tor, aber im Videobeweis konnte nicht eindeutig festgestellt werden, dass die Scheibe über der Linie war. Die abermalige Führung war nur aufgeschoben denn im Power Play erzielte Mike Ouellette dann doch noch das 4:3.

Danach bäumten sich die Gäste auf, trafen aber vorerst nur die Querlatte und vergaben durch Odörfer nur ganz knapp. Die letzten Minuten wurden für die Linzer zu einer Abwehrschlacht, aber sie waren damit erfolgreich. Die Gastgeber setzten sich am Ende auch verdient mit 4:3 durch und stehen damit im Halbfinale der Erste Bank Eishockey Liga. Bozen ist entthront und hat erstmals eine EBEL Play Off Serie verloren.

passende Links:

Erste Bank Eishockey Liga
Liwest Black Wings Linz
HCB Südtirol Alperia


Quelle:red/KF