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HF.at Ligacheck – EBEL Woche 18
Dienstag, 24.Jänner 2012 - 10:58
Wow, was war das für eine Woche in der EBEL! Zuerst die spannende Entscheidung über die Zusatzpunkte, danach der Start in die Zwischenrunde, der schon für einige Highlights gesorgt hat. Und als wäre das nicht genug, gab es auch noch das Tohuwabohu um den HK Jesenice. Das schreit fast danach, sich noch einmal mit den letzten 7 Tagen in der Erste Bank Eishockey Liga auseinander zu setzen
Inhaltsverzeichnis:
» Das war in Woche 18...
» Platzierungsrunde (Rang 1 bis 6)
» Qualifikationsrunde (Rang 7 bis 11)


Das war in Woche 18...

Egal, welche Transfers und News es in der Erste Bank Eishockey Liga der letzten Woche gegeben hat, das Theater rund um den HK Jesenice hat absolut alles überstrahlt. Es ist nicht so, als ob man nicht schon seit dem vergangenen Sommer wüsste, dass es bei den Krainern finanziell sehr eng zu geht und man jedes Jahr beinhart ums Überleben kämpft. Nachdem es in dieser Saison so viele Abgänge wie noch nie beim HKJ gegeben hatte und die Krainer bis zuletzt keine Gehälter zahlen konnten, wandten sich die Spieler in der vergangenen Woche hilfesuchend an die Ligaverantwortlichen.

Diese reagierten und stellten dem HKJ ein Ultimatum, das letzten Endes immer wieder verlängert wurde. 5 Punkte sollten die Slowenen bis Sonntag beantworten, um nicht aus der Liga ausgeschlossen zu werden. Das Ergebnis ist bekannt: nach unzähligen Fristverlängerungen konnte der HK Jesenice am Montagabend alle Punkte positiv beantworten und damit die Voraussetzungen für die Fortführung des diesjährigen Spielbetriebs in der Erste Bank Eishockey Liga erfüllen. So weit so gut. Sehr schön auch, dass sich die beteiligten Personen, Verbände und Ligen gemeinsam sehr angestrengt haben, um das drohende Out der Krainer während der laufenden Saison zu verhindern.

Eines hat dieser Fall allerdings ganz klar aufgezeigt: es reicht nicht, dass die Liga alljährlich nur Bankgarantien als Teilnahmebedingung für die EBEL fordert. In jeder modernen und professionellen Liga gibt es ein Lizenzierungsverfahren, dem sich alle Teams stellen müssen. Mit einem solchen hätte man bereits frühzeitig und vor der aktuellen Saison erkannt, dass sich das in Jesenice nicht ausgehen kann. Gegenwärtig vertraut man seinen Ligamitgliedern, dass sie ordentlich wirtschaften und alle Gehälter zahlen. Dass dem nicht immer so ist beweist der „Fall Jesenice“. Das gesamte Theater um die Krainer hat der EBEL heuer einen Imageschaden verpasst, aber in jeder Krise steckt auch die Chance zur Verbesserung. Fakt ist, dass es offenbar zu den gegenwärtigen Bedingungen nicht weiter gehen kann. Nur wenn man echte Lizenzen vergibt und zuvor die Teilnehmer auf Herz und Nieren nach wirtschaftlichen Faktoren prüft kann man eine Wiederholung verhindern.

Wie es mit dem HK Jesenice weiter geht ist indes weiterhin nicht klar. Zwar haben die Red Steelers jetzt die Gewissheit, dass sie die verbleibenden 8 Partien in der Qualifikationsrunde absolvieren können, doch was danach passiert steht in den Sternen. Man will sich ein weiteres Mal finanziell konsolidieren und neu aufstellen, was sich großartig anhört, aber auf Grund der Erfahrungen der letzten Jahre darf man skeptisch sein, dass es am Traditionsstandort Jesenice in der Erste Bank Eishockey Liga weiter gehen kann. Die APA titelte gestern „Jesenice darf weiterwursteln“ - genau das darf nicht der Fall sein. Selbstverständlich soll es in der EBEL auch Platz für kleinere und finanziell anders strukturierte Vereine geben als zB Salzburg, Klagenfurt oder Wien, aber trotzdem muss eine gewisse Sicherheit vorhanden sein. Nicht nur die Vereine verlassen sich auf die Liga, auch die Liga muss sich auf ihre Vereine verlassen können. Und wie heißt es so schön? Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Bleibt zu hoffen, dass Jesenice den Karren irgendwie noch herum reißen und weiterhin Teil dieser länderübergreifenden Liga sein kann.

Rein sportlich haben die Krainer in der Zwischenrunde wohl kaum mehr eine Chance. Mehr als die ein oder vielleicht sogar auch andere Überraschung wird mit dem verbleibenden Kader nicht möglich sein. Das Team, das die gesamte Saison über im Tabellenkeller gestanden ist, wird im Normalfall den letzten Platz einnehmen. 8 Spiele sind es noch, die der HKJ in dieser Saison absolviert, danach kann man sich auf die slowenische Meisterschaft konzentrieren. Das ist wohl einer der sichersten Tipps in dieser zweiten Phase der Meisterschaft.

Enttäuscht zeigte sich Tomo Hafner, der Kapitän der Slowenen, nach den Aktionen der letzten Tage: „Der Präsident und die Clubführung sind einfach abgehauen, sie haben uns alleine gelassen, ich weiß nicht wie die Nachts schlafen können, wenn man bedenkt, was sie uns Spielern, den Fans und der Stadt Jesenice damit antun.“

Vor allem was die Hoffnungsrunde betrifft hat sich bereits am ersten Spieltag gezeigt, dass hier wirklich absolut alles möglich ist. Die drei ÖEHV Teams und Znojmo sind derzeit nur durch einen einzigen Zähler getrennt und es deutet sich ein echter Thriller an. Niederlagen kann man sich eigentlich nicht leisten, denn es gibt nicht all zu viele Spiele, in denen man diese wieder ausbessern könnte. Und eines ist auch gewiss: mindestens ein österreichisches Team wird bereits Mitte Februar den Urlaub buchen können. Und da hat man das Überraschungspotential von Znojmo noch gar nicht bedacht...

HF.at blickt auch nach Woche 18 kurz zurück und schaut, wie es den einzelnen Teams so ergangen ist in den letzten Runden des Wochenendes. Mit den Auf- und Absteigern, den Überraschungen und auch den Spielern der Woche.



» Zu Teil 2: Platzierungsrunde (Rang 1 bis 6)









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