HF.at Ligacheck – EBEL Woche 14 by hockeyfans.at
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HF.at Ligacheck – EBEL Woche 14
Dienstag, 27.Dezember 2011 - 21:33
Die Ligapause ist vorbei und die EBEL hat inzwischen auch schon die Weihnachtsrunden durchspielt. Der Grunddurchgang nähert sich einem überaus spannenden Finish, in dem sich ein enger Endspurt ankündigt. Und eines wurde in der letzten EBEL Woche auch ganz offensichtlich: wie unsinnig der diesjährige Modus ist.
Inhaltsverzeichnis:
» Das war in Woche 14...
» 1. Black Wings Linz (3 Siege, 6 Punkte, 13:5 Tore)<
» 2. Red Bull Salzburg (0 Siege, 0 Punkte, 3:9 Tore)
» 3. Medvescak Zagreb (1 Sieg, 3 Punkte, 4:6 Tore)
» 4. KAC (2 Siege, 4 Punkte, 10:9 Tore)
» 5. Fehervar (2 Siege, 4 Punkte, 11:8 Tore)
» 6. Olimpija Ljubljana (0 Siege, 0 Punkte, 6:9 Tore)
» 7. Villacher SV (2 Siege, 4 Punkte, 8:5 Tore)
» 8. Vienna Capitals (1 Sieg, 2 Punkte, 5:6 Tore)
» 9. Graz 99ers (2 Siege, 4 Punkte, 6:6 Tore)
» 10. Orli Znojmo (1 Sieg, 3 Punkte, 6:9 Tore)
» 11. HK Jesenice (1 Sieg, 4 Punkte, 10:11 Tore)


Das war in Woche 14...
Seit gestern steht der erste Viertelfinalist in der Erste Bank Eishockey Liga fest. Ja, richtig gelesen. Viertelfinalist. Tabellenführer Linz hat bereits am 26. Dezember den Einzug in die Play Offs fixiert und kann damit sozusagen auf „Schongang“ schalten. Egal, was die Oberösterreicher in den nächsten zwei Monaten fabrizieren, sie werden ab 19. Februar 2012 im Viertelfinale spielen. Sicher, es konnte vor der Saison nicht erwartet werden, dass die Black Wings die Liga derart dominieren und für den Rest der Liga bergen die nächsten Wochen sicher durchaus noch Spannung, aber insgesamt zeigt die aktuelle Situation sehr deutlich, wie unsinnig der Ligamodus ist.

Spätestens am 20. Jänner werden dieser Tatsache auch 5 weitere Mannschaften zustimmen. Nämlich genau jene, die dann ebenfalls fix in den Play Offs stehen und in der oberen Zwischenrunde nur noch die Platzierungen ausspielen. Für die Zuschauer wird es heißen, dass diese Endplatzierungen ungemein wichtig sind, denn es geht ja ums Heimrecht in den Play Offs. Das mag finanziell stimmen, rein sportlich nicht. Auf dem Weg zu einem möglichen EBEL Titel muss jeder Gegner geschlagen werden – und ab dem Viertelfinale ist ohnehin alles drin. Auch, dass gleich einer aus den Top 6 rausfällt. Immerhin geht es für die Teams dahinter in der unteren Zwischenrunde um die berüchtigte Wurst. Sie haben ab Ende Jänner Play Offs und sind sicherlich auch zum Viertelfinale noch im Rhythmus und so richtig heiß. Das kann für ein Topteam, das aus einer sportlich vermutlich wenig wertvollen Zwischenrunde kommen, schon ein Problem werden.

Es bleibt zu hoffen, dass der aktuelle Modus eine einmalige Erscheinung bleibt und man sich selbst für den Fall, dass es in der nächsten Saison weiterhin 11 Teams in der EBEL Gibt, etwas Besseres einfallen lässt. Ende Dezember im Viertelfinale zu stehen mag kurzfristig recht nett sein, für eine Liga, die sich mit den großen Konkurrenten in Europa vergleicht, ist das allerdings keine Visitenkarte.

Apropos große Ligen: das bringt uns für ein paar Augenblicke zurück zum Salute, das bekanntlich von den Salzburgern gewonnen wurde. Ein Prestigeerfolg, der für den Verein unglaublich wichtig war. Überbewerten darf man das allerdings nicht, denn die Bullen haben im Turnier mit 5 zusätzlichen Legionären agiert und insgesamt knapp 40 Spieler eingesetzt. Mit NHL Keeper Marty Turco hatte man den entscheidenden Faktor im Team – und der wird in der Bundesliga nicht zur Verfügung stehen. Die Schlagzeilen waren aber sehr positiv und können auch für die EBEL nur gut sein. So wird auch in Skandinavien wahrgenommen, dass hierzulande brauchbares Eishockey gespielt wird. In der nächsten Saison dann mit noch mehr Teilnehmern und einem Konkurrenten um das Finalturnier: Berlin soll großes Interesse an ebendiesem haben.

In den letzten Wochen hat sich auch kadermäßig in der EBEL einiges getan und man darf davon ausgehen, dass sich daran in nächster Zeit nichts ändern wird. Gleich mehrere Vereine sehen sich derzeit am Transfermarkt sehr intensiv um und wollen möglichst bald neue Namen präsentieren. Dabei zeigt sich aber, dass es nicht gerade einfach sein dürfte, brauchbare Verstärkungen zu finden. Nicht umsonst greift zum Beispiel der VSV zu einem alten Bekannten Bob Wren) und könnte den 37-Jährigen noch diese Woche als Neuzugang präsentieren. Ein großer Name aus der Vergangenheit und es wird sich zeigen, inwieweit die Erste Bank Eishockey Liga in den letzten Jahren einen Schritt nach vorne gemacht hat. Betrachtet man die Spielweise der Top-Teams der Liga (Linz, Salzburg,...), dann ist die Tendenz nach technisch schnellem Eishockey mit großem Einsatz und allen Spielern in permanenter Bewegung unübersehbar. „Tempohockey“ ist der Modetrend der Saison – ob da ein Wren noch mit kann?

Ebenfalls auf Legionärssuche befinden sich die Graz 99ers, die in dieser Woche auch noch Ikone Harry Lange ziehen ließen. Der Stürmer bekam immer weniger Eiszeit und versucht sich nun in der zweiten Deutschen Liga. Bei den Steirern steht man mit dem Rücken zur Wand – man ist sich bewusst, dass man es mit dem aktuellen Team schwer haben wird, um die Top 8 mitzuspielen.

Vor der Saison hat man von vielen Teams gehört, dass man verstärkt auf junge und hungrige Spieler setzen möchte – auch auf die Österreicher! Doch wenn es nicht läuft, dann ist dieser Vorsatz der erste, der über Board geworfen wird. Es gibt in der Liga wohl nur ein Team, das es sich leisten könnte, eine Krise einfach auch einmal durch zu tauchen, ohne finanziell gleich um die Existenz bangen zu müssen. Eine Sorge sollte an dieser Stelle auch noch ausgesprochen werden: gerade in Graz ist die Zukunft eine fragliche. Nach dieser Saison laufen alle Spielerverträge aus, der Trainer hat ebenfalls keinen längerfristigen Vertrag und auch Hauptsponsor „Moser Medical“ steht derzeit im letzten Jahr der Kooperation. Die Fans bleiben immer mehr aus, der Bunker in Liebenau ist schon lange nicht mehr das, was er in seinen besten Zeiten war. Man muss hoffen, dass Präsident Jochen Pildner-Steinburg auch weiterhin seinem Lieblingshobby treu bleibt.

Und dann wären wir schon bei der Zusammensetzung der Liga für die kommende Saison. Grundsätzlich wollen alle Vereine wieder dabei sein, wenngleich zum Beispiel hinter Jesenice weiterhin ein fast schon traditionelles Fragezeichen steht. Dass die EBEL trotzdem höchst attraktiv ist, zeigen die immer wieder kehrenden Gerüchte um Neueinsteiger. Zuletzt kamen diese aus der Slowakei und rankten sich um das zweite Team aus Poprad. Das Einserteam spielt bekanntlich in der KHL – und genau dort könnte es, wie bereits mehrfach berichtet, in Zukunft auch Medvescak Zagreb verschlagen. Auch Salzburg und Wien werden immer wieder genannt, wenn es um große Projekte wie eine Europaliga oder eine KHL Expansion geht. Doch gerade in Österreich hat sich beim Salute gezeigt, dass den Fans die regionalen Duelle und damit die EBEL deutlich lieber sind, als Spitzeneishockey gegen europäische Gegner.

Vielleicht sollte das auch ein Anstoß dafür sein, dass nicht unbedingt die permanente Verbesserung der Liga im Vordergrund der Bemühungen stehen sollte. Der Großteil der Fans in den Hallen würde eine Niveauanpassung nach unten nicht wirklich merken, dafür könnten aber vielleicht Legionäre eingespart und wieder mehr lokale (sprich nationale) Spieler eingesetzt werden. Gerade in Österreich sind die Zeichen was den Eishockeynachwuchs betreffen alles andere als gut, denn es stoßen nur sehr wenige Youngsters nach. Und auch die U20 WM hat gezeigt, dass von unten kein goldener Jahrgang zu erwarten ist.

HF.at blickt auch nach Woche 14 kurz zurück und schaut, wie es den einzelnen Teams so ergangen ist in den letzten Runden des Wochenendes. Mit den Auf- und Absteigern, den Überraschungen und auch den Spielern der Woche.



» Zu Teil 2: 1. Black Wings Linz (3 Siege, 6 Punkte, 13:5 Tore)<









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