2
 
0

VIC vs.MZA

2
 
1

AVS vs.DEC

2
 
3

VSV vs.ZNO

2
 
3

VIC vs.DEC

3
 
2

RBS vs.KAC

3
 
4

HCB vs.BWL

5
 
4

G99 vs.HCI

2
 
3

MZA vs.AVS

0
 
0

RBS vs.VSV

0
 
0

AVS vs.HCB

0
 
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DEC vs.VIC

0
 
0

KAC vs.RBS

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0

HCI vs.VIC

0
 
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BWL vs.MZA

0
 
0

DEC vs.VSV

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ZNO vs.G99

Div, TimeOut MKL / eishockeybilder.com

Time Out: European Hockey Trophy als Killer der nationalen Ligen?



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Dienstag, 17.Mai 2011 - 14:07 - Am Dienstag wurde in Prag eine Pressekonferenz abgehalten, die nicht nur für Österreichs Eishockey richtungsweisend sein könnte. Die European Hockey Trophy wächst auf nun schon beachtliche 24 Teams an und erreicht damit eine Größenordnung, die sich sehen lassen kann. Ist das der Beginn einer gesamteuropäischen Liga und das Ende der nationalen Meisterschaften?

Wenn es nach dem Willen der treibenden Kräfte hinter diesen Plänen geht, dann JA! Unter den federführenden Akteuren befindet sich mit Red Bull auch eine rot-weiß-rote Organisation, die sich noch selten von bestehenden Grenzen abhalten ließ. Man denkt nicht in Ländern, sondern größer und will den bestehenden Ligen wie NHL und KHL ein Konzept gegenüber stellen, das es mit diesen „Großen“ aufnehmen kann. Derzeit ist die European Hockey Trophy nur eine wachsende „Vorbereitungsliga“ auf den Ligenbewerb in den teilnehmenden Ländern, aber schon mittelfristig könnte sich das ändern.

Kommt eine Europaliga?
2013 – dieses Jahr hört man im Umfeld der Hockey Trophy immer öfter. Es soll das Jahr des Startschusses einer Liga sein, die den ganzen europäischen Kontinent umspannt und die besten Teams Europas inkludiert. Mit dabei sein wird auf jeden Fall Red Bull – ob das jetzt mit einer Mannschaft aus Salzburg oder Hamburg (HF.at berichtete heute) sein wird, ist dem Konzern dabei vermutlich egal. Wichtig ist, dass man dabei ist. Dass in Salzburg aber eine neue Eisarena entstehen soll ist ein Indiz dafür, dass die Mozartstädter durchaus in den Planungen für die European Trophy eingebunden sind und wohl auch an der Liga teilnehmen werden.

Ebenfalls in diese Richtung denkt man in Wien. Auch das ist keine neue Erkenntnis, denn bereits vor Jahren hat man bei den Vienna Capitals grundsätzliches Interesse bekundet. Mit dem Einstieg in die Vorbereitungsserie im heurigen Jahr machen die Hauptstädter einen ersten Versuchsschritt. Mit der neu adaptierten Albert Schultz Halle steht man im internationalen Vergleich gut da, jetzt müssen aber auch die Fans einen Schritt weg von regionalen Duellen hin zu europäischen Vergleichen akzeptieren.

Genau darin liegt auch das Problem der European Hockey Trophy als eine ganze Saison umspannende Liga. Es macht einen nicht unwesentlichen Unterschied aus, ob man nur ein paar Vorbereitngsspiele absolviert, oder sich von den nationalen Ligen loseist und nur noch gegen europäische Gegner antritt. Vor allem die Fans sind hier ein großes Fragezeichen. In der europäischen Sportlandschaft gibt es lange gewachsene nationale Ligen, die Fans freuen sich auf Duelle gegen Teams aus dem eigenen Land, Derbys sind entstanden usw. Diese Emotionen sind es, welche die Fans in die Hallen treiben, ob das auch auf europäischem Bereich funktioniert, darf zumindest bezweifelt werden. Wenn es um den Aufbau von Emotionen geht, dann spielen hier gleiche Kulturen oder auch die Sprache durchaus eine gewisse Rolle.

Dass es funktionieren kann, beweist aber unter anderem auch die EBEL. Mit vier teilnehmenden Ländern funktioniert das ganz gut, wobei auch hier angemerkt werden muss, dass vor allem in Österreich die inner-österreichischen Duelle deutlich mehr Besucher anlocken, als Spiele gegen slowenische, ungarische oder kroatische Mannschaften. Ganz so einfach wegwischen werden sich diese lokalen Interessen der Fans also nicht lassen.

Hockey Trophy als Druckmittel
Eines dürfte die European Hockey Trophy aber auf alle Fälle sein: eine Möglichkeit, Druck auf die EBEL zu machen. Am kommenden Freitag steigt in Klagenfurt eine Ligasitzung, für die unter anderem auch die Vienna Capitals angekündigt haben, dass man auf gehörige Änderungen drängen möchte. Das Druckmittel „Hockey Trophy“ kommt dabei ganz recht, denn sollten der EBEL tatsächlich ab dem Jahr 2013 mit Salzburg und Wien zwei Mannschaften abhanden kommen, dann wäre dieses Projekt vermutlich „tot“.

Aber es gibt auch andere Denkansätze: so könnten Wien und Salzburg zwar mit ihren „ersten“ Teams in der Hockey Trophy mitmischen, ihre Farmteams aber zum Beispiel in die EBEL schicken. Ob das finanziell „hebbar“ ist kann an dieser Stelle selbstverständlich nicht herausgefunden werden, so ganz nachteilig für die EBEL wäre das aber vielleicht auch nicht. Vielleicht würde sich dadurch das Problem der ständig steigenden Budgets von selbst erledigen und die Haushalte innerhalb der Liga gesunden. Und wer weiß, vielleicht nähert man sich dann ja auch wieder an die Top-Teams der Nationalliga an und es findet sich doch endlich der ein oder andere Verein, der wieder „oben“ mitmischen möchte.

Noch sind das aber alles nur Gedankenspielereien. Dass es eine gesamteuropäische Liga im Jahr 2013 geben wird, ist noch nicht bestätigt. Derzeit darf wild spekuliert werden, was auf die nationalen Ligen in Finnland, Schweden, Deutschland, Tschechien, Slowakei und Österreich zukommen könnte, wenn man namhafte Teams verliert. Ganz ohne Gegenwehr wird das nicht passieren und es kündigen sich spannende Zeiten an. Immerhin könnte eine Europaliga für einige nationalen Wettbewerbe existenzbedrohend sein.

Das weiß man auch bei Red Bull, das sich noch intensiver in das Projekt „European Hockey Trophy“ einarbeitet. Nach dem Testlauf im ersten Jahr, möchte man vor allem was das Marketing und die TV Präsenz betrifft im zweiten Anlauf deutliche Schritte nach vorne machen. Daher vermarkten die Salzburger auch die Fernsehrechte für die Liga – ein nicht unwesentlicher Bereich, sollte es zu einer Europaliga kommen. Gerade die TV Partner sollen ja auch Geld in die Kassen der Vereine spülen, denn die Kosten für eine Ligateilnahme werden nicht gerade niedrig sein.

Insgesamt geht der Trend aber dahin, dass sich das europäische Vereinshockey nicht zwischen den großen und finanzstarken Ligen der NHL und KHL zermahlen lassen möchte. Dass die Russen ihre Angeln bereits nach Europa ausgeworfen haben, wird die Bestrebungen in Richtung European Hockey Trophy nur noch beschleunigen.

In der Theorie dürfte das alles realisierbar sein, jetzt muss sich aber auch zeigen, ob die Fans mitspielen und eine europäische Liga akzeptieren. Nur wenn die Hallen voll sind, hat dieses Projekt einen Sinn. Und hier kann es nur einen Vergleichswert geben: jenen der nationalen Ligen. Und hier hat sich schon gezeigt (siehe Champions Hockey League), dass der Sportzuschauer in Europa zwar Spitzensport besucht, auf Dauer im Eishockey aber doch die regional gewachsenen Ligen bevorzugt. Es wird nur das Entweder bzw. das Oder geben. Dazwischen befindet man sich jetzt gerade – und damit gibt man sich bei den treibenden Kräften hinter der European Hockey Trophy mit Sicherheit nicht zufrieden.

passende Links:

nhl.com
Vienna Capitals - Fanclub Icefire
Vienna Capitals - Webseite