4
 
3

BWL vs.MZA

3
 
4

DEC vs.VSV

3
 
2

DEC vs.VIC

4
 
5

AVS vs.HCB

5
 
0

RBS vs.VSV

1
 
2

MZA vs.HCB

3
 
0

KAC vs.ZNO

4
 
3

G99 vs.BWL

0
 
0

AVS vs.HCI

0
 
0

VSV vs.DEC

0
 
0

VIC vs.HCI

0
 
0

ZNO vs.KAC

0
 
0

RBS vs.MZA

0
 
0

HCB vs.AVS

0
 
0

BWL vs.G99

0
 
0

HCI vs.AVS

img_9000.jpg MKL Klemenschitz

Kaderbewertung: Sind die Capitals bereit fürs Finale?



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Montag, 06.September 2010 - 0:00 - Vier Mal in Folge war in den letzten Jahren für die Vienna Capitals im EBEL Halbfinale Endstation. Nach dem Meistertitel 2005 galten die Wiener praktisch jedes Jahr zum engsten Favoritenkreis auf den Titel, konnten aber vor allem in den Play Offs nie die in sie gesetzten Erwartungen vollends erfüllen. Der Höhepunkt war wohl im Frühjahr das Halbfinalout trotz 3:0 Führung in der Serie gegen Linz. Auch 2010/11 gelten die Hauptstädter als Titelaspirant, aber werden sie es dieses Mal tatsächlich bis ins Finale schaffen?

Konstant spielten die Vienna Capitals in den letzten Jahren: im Grunddurchgang immer bei den Topteams dabei, in die Play Offs mit großen Hoffnungen gestartet – und dann kam immer das Aus im Halbfinale! Dabei wurde nicht nur von den Fans, sondern auch durch die Medien die Personalpolitik bei den Caps kritisiert. Vor allem die Tatasche, dass man im Grunddurchgang meist mit nur 3 Linien agierte und im Vergleich zur Konkurrenz den jüngeren Spieler kaum Eiszeit gab soll ein Mitgrund für die fehlende Play Off Power sein. Ausgebrannt wirkten die Wiener meist dann, wenn psychische Stärke gefragt war und auch die Verletzungsanfälligkeit im Kader der Hauptstädter war offensichtlich.

Das soll sich in der neuen Saison aber ändern. Wenngleich mit Kevin Gaudet der selbe, oft kritisierte Trainer das Zepter bei den Wienern fest in der Hand hat, wurde von der Vereinsführung eine „neue“ Richtung vorgegeben. Dieses Mal sollen auch die Österreicher und hier vor allem junge Leute zum Zug kommen. Die Zeiten des Dreiliniensystems sollen vorbei sein, die Kräfte müssen besser eingeteilt werden, damit man endlich wieder einmal ein Wörtchen um den Titel mitreden kann.

Im Sommer haben die Wiener ihren Kader an wichtigen Punkten entscheidend verändert und kommen daher mit einem kleinen Facelifting zurück aus dem Urlaub. Frisches und vor allem junges Blut tut diesem Team gut, was man auch in anderen EBEL Städten wohlwollend zur Kenntnis genommen hat. Im Tor baut man erstmals wieder völlig auf inländische Kräfte, die hinter der vermutlich stärksten Defensive der Liga stehen werden. Im Angriff konnten wichtige Schlüsselspieler gehalten werden, dazu hat man sich den ein oder anderen hoffnungsvollen Spieler geholt. Insgesamt wirkt der Kader der Vienna Capitals um genau jenes kleines Bisschen besser besetzt, als in der letzten Saison. Genau dieses Quäntchen soll es sein, das den Unterschied in Richtung Finalteilnahme ausmacht.

Es ist zu erwarten, dass die Gaudet-Schützlinge auch in dieser Saison ein gewichtiges Wörtchen um den Titel mitsprechen werden. Mit einer ausgezeichneten Defensivabteilung wird die Last der Verantwortung im Sturm zum Großteil auf den üblichen Verdächtigen liegen. Und wenn diese treffen, die jungen ihre fast nicht mehr erwartete Chance nützen und hinten tatsächlich der Beton angerührt wird, der auf dem Papier zu vermuten ist, dann steht hier Herausforderer Nummer 1 für Meister Salzburg!
HF.at Prognose: Platz 1 bis 4

Die Kaderbewertung:

Torhüter:
Hier hat man bei den Vienna Capitals eine absolute Trendwende vollzogen. Mit den Legionären im Tor war man in den vergangenen Jahren nie wirklich zufrieden, die Goalies waren meist auch jene Spieler, die am intensivsten kritisiert wurde. Jetzt setzt man in diesem Bereich auf zwei Österreicher: Jürgen Penker und Rudolf Hummel.
Penker spielte in den letzten zwei Saisonen in Skandinavien und schaffte es bis in die höchste schwedische Spielklasse. Bei Rögle war der gebürtige Vorarlberger aber zuletzt nicht mehr die Nummer 1, absolvierte nur noch 24 Spiele, in denen er unter 90% Fangquote aufzuweisen hatte. Ob er tatsächlich der Siegtorhüter ist, den man in Wien sehen möchte, wird sich in den nächsten Monaten weisen. Fehler werden ihm aber bestimmt eher verziehen werden, als einem Legionäre. Zudem „sparen“ sich die Capitals durch das Österreicherduo im Tor Punkte, die im restlichen Kader eingesetzt werden können.
Hinter Penker wartet mit Rudolf Hummel ein Wiener auf seine Chance. Mit seinen 21 Jahren ist er noch so etwas wie ein „Torhüterbaby“, konnte in der Vergangenheit aber schon das ein oder andere Mal EBEL Erfahrungen sammeln. Hummel soll auch in dieser Saison Eiszeit erhalten, ist aber hinter Penker die klare Nummer 2. Im Vergleich zu einigen Konkurrenten sind die Capitals in diesem Bereich auch deutlich im Nachteil, denn ein Ausfall der Nummer 1 hätte wohl größere Auswirkungen, als bei anderen Teams.
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

Abwehr:
Schon in der letzten Saison zählte die Defensive der Wiener zu den besten der Erste Bank Eishockey Liga. Für 2010/11 haben die Hauptstädter ihr Prunkstück sogar noch etwas aufgebessert, sodass die Capitals vermutlich die beste Abwehr der Liga vorweisen können. Dan Björnlie und Peter Casparsson haben ihre Qualitäten bereits in der letzten Saison gezeigt und auch Philippe Lakos hat sein Spiel verbessert. Er spielt konstant, einzig die Strafenlastigkeit hat er noch nicht abgelegt. Mit Francois Bouchard und Jeremy Rebek bekommt die Capitals Defensive zwei neue Gesichter, die vor allem Leaderqualitäten haben. Der Abgang von Ex-Kapitän Werenka mag nicht ganz sauber gewesen sein, doch mit den beiden Nezugängen hat man sich im Lager der Wiener ganz klar verbessert. Auch Martin Oraze wusste in der letzten Saison in Graz zu überzeugen, muss aber noch an seiner Konstanz feilen. Mit seinem satten Schuss von der blauen Linie wird er so manchen gegnerischen Goalie zum Schwitzen bringen.
Diese sechs werden die Kernabwehr bilden, Youssef Riener und Peter Schweda dürfen sich um den siebten Abwehrplatz streiten. Für den Fall einer halbwegs verletzungsfreien Saison werden sie aber eher wenig Grund zum Schwitzen haben. Alles in allem eine sehr starke Defensive, die sowohl nach hinten, wie auch offensiv einiges zu bieten hat.
Bewertung: 5 von 5 Punkten

Angriff:
Im Sturm gilt es für die Capitals vor allem den Abgang von Scoringkönig Pat Lebeau zu verdauen. Ob ein Francois Fortier, der aus Hamburg an die Donau gewechselt ist, in die großen Fußstapfen des Fadenziehers im Caps Angriff treten wird, wird man sehen. Center Corey Larose hat in der Vergangenheit vor allem in Nordamerika gezeigt, dass er die Qualitäten als Vorbereiter, wie auch als Vollstrecker hat, in Europa wartet er noch auf den Durchbruch. Philipp Pinter (kommt vom VSV), Martin Ulmer (aus Salzburg) und Silvio Jakobitsch (vom KAC) sind die drei weiteren Zugänge im Angriff, denen man in der Vergangenheit nur wenig Eiszeit in Wien prognostiziert hätte. Mit dem offenbar neuen Vorsatz des Vierliniensystems werden aber auch sie wichtige Aufgaben in den hinteren Reihen zu lösen haben.
Die wichtigsten Vertragsverlängerungen im Sommer waren für die Hauptstädter aber jene von Rafael Rotter und Benoit Gratton. Beide haben sich in der letzten Saison zu absoluten Leaderfiguren entwickelt, was dem ewig streitbaren Gratton auch die Kapitänsehre eingebracht hat. Das könnte interessant werden, denn gerade sein Spiel lebt von den Reibereien und emotionalen Ausbrüchen. Rotter glänzte vor allem in den Play Offs und kann mit einer verletzungsfreien Saison zu den Topscorern der Liga gezählt werden. Das Potential dazu hätten auch die Rodman Brüder, die aber vor allem in den Play Offs meist völlig auslassen und daher in Wien nicht unumstritten sind. Mit Kevin Kraxner, Christian Dolezal, Daniel Nageler und Harald Ofner stehen weitere Österreicher Gewehr bei Fuß und lassen die Kadertiefe im diesjährigen Capitals Imperium deutlich verbessert aussehen, als noch vor einem Jahr.
Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

Trainer:
Unverständnis erntete man von Seiten der Fans, dass man auch nach der nächsten Halbfinalpleite unter Kevin Gaudet am Trainer festhielt. Der Trainer spricht als Ziel immer vom Finale, „verheizte“ seine Mannschaft aber dann immer schon im Grunddurchgang. Sein Festhalten am Dreilinienprinzip hat ihm viel Kritik eingebracht, nun hat sich angeblich der Chef persönlich eingeschaltet. Der Präsident der Wiener hat mit deutlichen Worten und Druck durchgesetzt, dass man nun auch in Wien verstärkt Österreicher sehen wird, viele davon sogar junge. Trainer Gaudet zeigt sich mit dieser Richtung einverstanden, ob dieser Weg bereits in sein Blut übergegangen ist, wird sich zeigen, wenn es einmal enger wird, oder die Caps sogar eine Durststrecke durchtauchen müssen. Der Druck auf Gaudet ist groß, dass er fachlich durchaus Fähigkeiten hat, zeigt, dass die Capitals im Grunddurchgang immer ganz vorne mitmischen. In den Play Offs sind dann aber mehr als nur sporttechnische Fähigkeiten nötig: die Psyche spielt hier eine besondere Rolle und auch das Zwischenmenschliche wird wichtiger. Wenn Gaudet seine Mannschaft endlich einmal auch auf dieser Ebene erreicht, dann ist das Ziel „Finale“ greifbar.
Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

Gesamtwertung: 16,5 von 20 Punkten

Die Zwischenwertung:
1. Vienna Capitals 16,5 Punkte
2. Black Wings Linz 16 Punkte
2. Villacher SV 15 Punkte


Am Dienstag geht es weiter mit Teil 4 in unserer Serie mit Bill Gilligan's Graz 99ers

passende Links:

Erste Bank Eishockey Liga
Vienna Capitals - Fanclub Icefire
Vienna Capitals - Webseite