3
 
2

VIC vs.HCB

4
 
2

RBS vs.BWL

3
 
1

KAC vs.DEC

3
 
4

ZNO vs.HCB

4
 
3

VSV vs.VIC

5
 
8

HCI vs.RBS

1
 
4

G99 vs.KAC

0
 
4

AVS vs.BWL

0
 
0

DEC vs.AVS

0
 
0

MZA vs.HCI

0
 
0

HCB vs.KAC

0
 
0

MZA vs.VIC

0
 
0

DEC vs.ZNO

0
 
0

RBS vs.AVS

0
 
0

VSV vs.HCI

0
 
0

BWL vs.G99

Div, TimeOut MKL / eishockeybilder.com

Time Out: Was macht Norwegen besser als Österreich?



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Montag, 05.Juli 2010 - 9:30 - Was machen andere Nationen besser als Österreich? Dieser Frage geht HF.at nach und wirft einen Blick nach Norwegen. Die Skandinavier haben sich in den letzten Jahren International konsequent in der A-Gruppe gehalten und feiern auch im Nachwuchsbereich Erfolge. Warum ist das so und weshalb schafft das Österreich nicht?

Norwegen hat knapp 4,9 Millionen Einwohner und ist damit etwa halb so groß wie Österreich. Ein kleines Land, mit weitläufigen Flächen, wenigen großen Städten und einer Eishockeylandschaft, die zwar vergleichbar mit Österreich ist, aber dennoch auf einem anderen Niveau agiert. Warum schafft es dieses kleine Land aber trotzdem, sich International in der A-Gruppe zu behaupten, während sich Österreich in den letzten Jahren den Ruf einer „Fahrstuhlmannschaft“ zugezogen hat? Ist das nur eine Frage des Losglücks, oder steckt da mehr dahinter?

Um dem nachzugehen, hat HF.at einen Gastschreiber um seine Meinung gebeten. Øyvind Fiskå kennt nicht nur die GET Liga aus Norwegen aus erster Hand, er zählt auch zu den regelmäßigen Besuchern von EBEL Spielen und kann daher einen Vergleich zwischen diesen beiden Ligen anstellen. Auch die Leistungen der Nationalteams werden von ihm unter die Lupe genommen.

Vergleich Österreich – Norwegen (von Øyvind Fiskå)
Norwegen und Österreich sind zwei sehr ähnliche Sportländer. Beide haben Fußball als klare Nummer 1 Sportart und im Winter gibt es jede Menge Skifahren. Eishockey scheint in beiden Ländern nicht zum großen Hit zu werden, was ein wenig merkwürdig ist. Beide Länder (vor allem Norwegen) haben große Nachbarnationen, die gut im Eishockey sind. Aber in Österreich und Norwegen scheint es ein ewiger Kampf zu sein, um für diesen Sport jenen Respekt zu erhalten, den er verdient hätte. Ich werde auf drei Aspekte des Eishockeysports eingehen und dabei Österreich und Norwegen vergleichen.

Die Ligen
Die Ligen in Norwegen und Österreich sind sehr ähnlich. In beiden Nationen gibt es Farmteams, die in niedrigeren Ligen spielen. In Sachen Qualität in der höchsten Spielklasse gibt es aber einen eindeutigen Sieger: die EBEL!

Hier gibt es einige Gründe:

1) Geld: Die Summen sind in der EBEL deutlich höher als in Norwegen, die Vereine können mehr und bessere Ausländer engagieren. Spieler wie einen Benoit Gratton wird man vermutlich nie in Norwegen sehen, die GET-Liga Clubs importieren Spieler einer anderen Klasse, als in der Erste Bank Eishockey Liga. Norwegische Teams orientieren sich mehr am Level der Allsvenskan Liga – das ist die zweite Spielklasse in Schweden. Es hat den Anschein, als würden die Nordamerikanischen Trainer in der EBEL einen gewissen Wettbewerbsvorteil in der Verpflichtung guter Legionäre aus Nordamerika ermöglichen. Wenn ein norwegischer Verein einen Nordamerikaner verpflichtet, dann ist das immer so etwas wie eine große Lotterie, was man bekommt.

2) Anzahl von inländischen Spielern in den Topligen: 6 österreichische Vereine mit im Schnitt ca. 15 inländischen Spielern pro Team – das macht 90 österreichische Spieler in der Liga. In Norwegen gibt es 10 Clubs in der höchsten Spielklasse (GET Liga), diese setzten ca. 17 bis 18 Spieler pro Team ein – das sind 175 norwegische Spieler in der Eliteliga. Selbstverständlich ist der Österreicher an Nummer 90 qualitativ hochwertiger anzusehen, als der Norweger auf Nummer 175 – somit sind nicht nur die Ausländer in der EBEL besser, sondern auch die nationalen Spieler im Schnitt mit Sicherheit eine andere Klasse, als in der GET Liga.

3) Höheres Qualitätslevel der Vereine: Normaler Weise ist die norwegische GET Liga sehr vorhersehbar. In den letzten 20 Jahren waren es zum Großteil die Teams aus Vålerenga und Storhamar, welche die Liga völlig dominiert haben. In Österreich gibt es mehr Teams mit Ambitionen, alle sechs inländischen Vereine sind ordentlich geführt, gut organisiert und haben einige sehr interessante Trainer. Man wird nie einen Pierre Page in Norwegen sehen. Selbstverständlich ist hier die Lage Österreichs in Europa, sowie Städte wie Salzburg und Wien wichtige Entscheidungspunkte, mit denen sich Norwegen nie vergleichen wird können.


Insgesamt spielt die EBEL auf einem höheren Niveau als die GET, aber noch deutlicher ist der Unterschied in der zweiten Spielklasse. Die Nationalliga mit der Division 1 in Norwegen zu vergleichen ist praktisch unmöglich. Die zweithöchste Klasse in Norwegen ist zum Großteil „Spaßhockey“, ergänzt um einige Junioren- bzw. Farmteams. Andererseits ist es schade, dass es in der österreichischen Nationalliga so viele gute Spieler und Vereine gibt. Diese sollte eigentlich in der EBEL sein!

Der Preis der EBEL Qualität ist aber ein hoher. Mit so wenigen Österreichern in der EBEL und dem Westen des Landes in einer „eigenen“, günstigen Meisterschaft wird es sehr schwer sein, viele Talente zu fördern bzw. entwickeln. In Norwegen gibt es eine Vereinbarung zwischen den Teams, die vor einigen Jahren geschlossen wurde. Diese erlaubt maximal 10 Ausländer pro Mannschaft, ein Jahr später wurde dies auf 9 reduziert, danach 8, 7, 6 und sollte bei einem maximalen Legionärsanteil von 5 Spielern enden. Fünf Jahre später haben sich die Teams aber erneut zusammen gesetzt und festgestellt, dass das Niveau der Liga durch die Reduktion zu stark nach unten gegangen ist. Daher wurde die Vereinbarung auf 7 Legionäre „eingefroren“, was nun seit vier Jahren gültig ist. Bei 7 Legionären pro Mannschaft bleibt das Niveau auf einer akzeptablen Höhe und dennoch ist es möglich, Nachwuchsspielern eine Chance zu geben.

Nationalmannschaften
Viele Jahre lang waren die Leistungen Österreichs und Norwegens auf internationalem Parkett ähnlich. Vielleicht hatte das Nationalteam Österreichs sogar leichte Vorteile, aber in den letzten fünf bis sechs Jahren scheint sich das norwegische Eishockey besser zu entwickeln als das beim Team Austria der Fall ist. Warum? Hier müssen mehrere Aspekte beachtet werden. Österreich hat zwei Sachen, die Norwegen nicht hat: gute Torhüter und Thomas Vanek. Aktuell gibt es keinen norwegsichen Star, vielleicht entwickelt sich aber Mats Zuccarello Aasen zu einem solchen. Aber ein Star a la Vanek ist derzeit nicht zu erwarten. Auch bei den Torhütern hat Österreich klare Vorteile.

Aber abgesehen von diesen beiden Punkten dürften die Norweger die Nase vorne haben. Es gibt viele Norweger in Schweden, einige in Nordamerika, Deutschland und der KHL. Der Hauptvorteil lag aber in den letzten Jahren beim Teamtrainer. Als man in Norwegen Roy Johansen als Trainer bestellte, war das nicht gerade die populärste Entscheidung, aber er hat Norwegen von Platz 23 auf Rang 11 in der Weltrangliste geführt – und das in nur 7 Jahren! Er hat das Norwegische Eishockey nicht aufregender gemacht, aber Platz 3 in den Vorrundengruppen ist für das Nationalteam ein großer Fortschritt und auch in den nächsten Jahren scheint die Relegation eher unwahrscheinlich zu sein.

Österreich hingegen scheint seine Zeit vielleicht mit Lars Bergström verschwendet zu haben, aber ich glaube, dass mit der nötigen Zeit und Unterstützung wird Bill Gilligan für Österreich das erreichen können, was Roy Johansen in Norwegen gemacht hat – und das Team Austria in den Top 16 etablieren!

Nachwuchsnationalteams
In kleinen Nationen wie Norwegen und Österreich wird es immer gute und schlechte Jahrgänge geben. In der letzten Saison stieg das Team Austria bei der U20 in der B-Gruppe, die U18 gar in die C-Gruppe ab. Norwegen hingegen spielt in der neuen Saison in diesen beiden Altersklassen jeweils in der A-Gruppe! Ich glaube noch immer, dass das ein Zeichen dafür ist, dass Norwegen manche Sachen einfach cleverer macht als Österreich. Wie erwähnt ist die EBEL eine sehr interessante Top-Liga, aber es hat den Anschein, als würde die Liga nicht genug Unterstützung für den Verband bieten.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es in beiden Ländern positive und negative Entwicklungen gibt. Die EBEL ist eine beeindruckende Liga, mit qualitativ hochwertigen Vereinen und attraktiven Spielen. Im Gegensatz dazu kämpfen die Nachwuchsteams und das Team Austria wird bei der WM in der Slowakei im nächsten Jahr wieder hart zu kämpfen haben, um die Klasse zu erhalten. Vielleicht liegt das Beste für den Eishockeysport irgendwo in der Mitte zwischen dem norwegischen und österreichischen Weg?

passende Links:

Erste Bank Eishockey Liga