Florian Iberer lässt einen australischen Spieler stehen ÖEHV

Österreich gewinnt den B-Pool, USA ist neuer Weltmeister



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Sonntag, 04.Juli 2010 - 23:29 - Versöhnlicher Abschluss für Österreichs Team bei der InLinehockey-WM in Karlstad (SWE). Mit einem ungefährdeten 5:0-Sieg über Kroatien konnte das sportliche Minimalziel erreicht werden. Neuer Weltmeister sind die USA nach einem knappen 4:3-Sieg über Tschechien. Dritter wird mit Schweden das Gastgeberland, das Kanada ebenso knapp 7:6 besiegt.

Mit Respekt startet das rot-weiß-rote Team in das Finalspiel des B-Pools gegen Kroatien. Die Kroaten haben immerhin am Vortag die Ungarn vom Platz geschossen, so ist zumindest Vorsicht geboten.

Doch bereits nach wenigen Minuten ist klar, dass das Nationalteam auch den Kroaten zumindest eine Nummer zu groß ist. Die Tore fallen aus schönen Aktionen heraus, vor allem Mario Altmann glänzt diesmal als Vollstrecker. Hinten sichern Gerd Gruber und Florian Iberer im Verband mit einem gut disponierten Bernhard Starkbaum das Tor ab, das nur selten in echte Gefahr gerät. So ist bereits zur Hälfte des Spieles mit einem 4:0-Vorsprung so ziemlich alles klar.

Auch in den verbleibenden zwei Vierteln ändert sich an dieser Charakteristik wenig. Die Österreicher bestimmen geschickt das Tempo und haben das Spiel in jeder Phase im Griff. Auf der anderen Seite sehen die Kroaten immer mehr ein, dass sie an diesem Tag wenig ausrichten können und versuchen daher, das Ergebnis in Grenzen zu halten. So feiert Bernhard Starkbaum sein zweites Shut-out bei diesem Turnier und wird von den Fachleuten der IIHF auch zum besten Torhüter des B-Pools gewählt.

Zwiespältige WM-Bilanz
Auch wenn das rotweiß-rote Team schlussendlich die Goldmedaille umgehängt bekommt, fällt das Resümee von einer Woche reger Spieltätigkeit im hohen Norden eher zwiespältig aus. Trotz historischem Sieg gegen den mehrfachen Champion Finnland konnte dieser Selbstvertrauen-Schub nicht dazu genutzt werden, eine der zwei folgenden Chancen, nämlich jene gegen Slowenien und die Slowakei, für einen Verbleib in der Elitegruppe zu nutzen. Folge davon war eine Ehrenrunde in der zweiten Leistungsklasse, die ein Nationalteam in dieser Spielstärke unterfordert. Ziel für die nächstjährige Weltmeisterschaft in Pardubice (CZE) kann es daher nur sein, sofort wieder den Aufstieg unter die Besten der Welt zu schaffen.

Das wird auch dringend notwendig sein, will man den Anschluss an die Spitze in dieser Sportart nicht verlieren. Wie hoch das Niveau bereits ist, haben die packenden Finalspiele bei dieser WM bewiesen. Vor allem der neue Weltmeister USA, Finalist Tschechien und Gastgeber Schweden als Drittplatzierter geben hier den aktuellen Leistungsstandard vor.

Endstand der InLinehockey-WM in Karlstad (SWE):
A-Pool:
1. USA
2. Tschechische Republik
3. Schweden 4. Kanada
5. Slowenien
6. Finnland
7. Deutschland
8. Slowakei

B-Pool
1. Österreich
2. Kroatien
3. Ungarn
4. Australien
5. Großbritannien
6. Japan
7. Brasilien
8. Argentinien

Finalspiel B-Pool:
Kroatien – Österreich 0:5 (0:2, 0:2, 0:0, 0:1)
400 Zuseher
Tore: Altmann (2), Grabher-Meier, Lange, Auer
Löfbergs Lila Arena, Karlstad (SWE)
Schiedsrichter: Jeffrey Scott (AUS), Crt Kralj (SLO)

Die Besten: Das gesamte Team mit Starkbaum, Altmann, Gruber und Grabher-Meier an der Spitze bzw. Filipic

Spielfilm:
0:451:0 für Österreich, Grabher-Meier mit zwei unwiderstehlichen Haken und der Auflage für Altmann, Filipic ist das erste Mal geschlagen
3:21Erster Schuss auf das Gehäuse von Starkbaum
4:55Strafe gegen Kroatien, Smerdelj muss wegen Hakens raus
5:572:0, Riener bedient den allein vor dem Tor stehenden Altmann ideal
7:12Hintereinander scheitern Wiedmaier und Oberkofler
8:59Nur Schiedsrichter Scott hat hier vor einem erfolgreichen Torschuss ein Vergehen gesehen, also kein Tor und Unterzahl, das Team übersteht aber diese Phase souverän
11:1 Florian Iberer allein auf Filipic, der Tormann bleibt aber Sieger

12:43Plötzlich drei Kroaten allein auf Gruber, doch er und Starkbaum können klären
16:42Die Kroaten werden besser und kommen gefährlich vor Starkbaums Kasten
18:48Strafe gegen Mario Cunko wegen Stockschlags, doch die Österreicher bringen keine ernstzunehmende Torchance zustande
20:31Schneller Konter der Kroaten über Mario Cunko, doch Starkbaum ist auf dem Posten
21:093:0 für Österreich, Grabher-Meier netzt nach einer schönen Aktion ein
23:014:0, Lange wuchtet die Scheibe ins Kreuzeck, war das schon die Vorentscheidung?

24:42Auer probiert’s allein, doch leider ergebnislos
25:34Smerdelj testet Starkbaum, doch kein Problem für den Keeper
27:23Oberkofler scheitert nach schönem Passspiel mit Grabher-Meier
29:40Platzierter Schuss von Oldboy Jacmenjak, der gleich darauf in die Kühlbox muss
32:03Und wieder erwischt es Jacmenjak wegen Hakens
33:40Kroatien hat die Strafen überstanden und sogar eine Konterchance durch Grozaj

38:47Mehrere Angriffe der Kroaten, doch Novak scheitert mit der besten Chance
41:405:0. Auer sorgt nach Pass von Pollross wohl für die endgültige Entscheidung
44:05Strafe gegen Lange wegen Stockschlags, doch das Powerplay der Kroaten ist wenig zwingend
46:31Jetzt eine Strafe gegen Kroatien wegen Hakens, aber Österreich ohne Nachdruck
48:00Die WM ist für Österreich zu Ende, es bleibt trotz Sieg im B-Pool die Enttäuschung über den Abstieg

Die Kader:
Team Österreich: Starkbaum, Iberer Martin; Riener – Dolezal – Grabher-Meier – Oberkofler; Gruber – Lange – Auer – Pollross; Iberer Florian – Wiedmaier - Altmann

Team Kroatien: Filipec, Djakovic; Jacmenjak – Kopajtic – Grozaj – Piragic; Trstenjak – Sertic – Novak – Smerdelj; Segavic – Sevic – Cunko Tomislav – Cunko Mario