4
 
3

DEC vs.KAC

5
 
3

VIC vs.HCI

2
 
5

KAC vs.VIC

3
 
4

HCB vs.VSV

7
 
5

G99 vs.MZA

8
 
3

BWL vs.ZNO

5
 
3

DEC vs.RBS

2
 
4

AVS vs.HCI

0
 
0

G99 vs.KAC

0
 
0

HCI vs.RBS

0
 
0

ZNO vs.HCB

0
 
0

ZNO vs.AVS

0
 
0

RBS vs.BWL

0
 
0

KAC vs.DEC

0
 
0

VIC vs.HCB

0
 
0

HCI vs.G99

 Reinhard Eisenbauer/eisenbauer.com

Time Out: Die Angsthasen aus Österreich



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Sonntag, 18.April 2010 - 15:53 - Wenn am Montag das österreichische Eishocke Nationalteam in Holland das Turnier zur WM der Division I startet erinnert nichts mehr an die Worte, die noch vor nicht einmal einem Jahr zu hören waren. Von der angekündigten Teamverjüngung ist man meilenweit entfernt und Trainer Bill Gilligan fährt dort fort, wo seine Vorgänger bereits mehrmals gescheitert sind.

Der Fahrstuhl wartet schon... Österreich beginnt am Montag mit dem Spiel gegen Serbien sein WM Abenteuer in Holland und wenn es nach der Papierform geht, wird das ÖEHV Team vermutlich wieder aufsteigen. Die große Frage nach dem Wert eines solchen möglichen Aufstieges darf aber bereits im Vorfeld gestellt werden. Von einer Weiterentwicklung ist man beim Alpenteam entfernter denn je, denn Trainer Bill Gilligan hat eine Altherrentruppe aufgestellt.

Große Worte, heiße Luft
Erinnert sich noch jemand an die vollmundigen Versprechen des letzten Jahres? Nach der verpassten Olympia Qualifikation und dem sofortigen Wiederabstieg in die B-Gruppe hatte man sich viel vorgenommen. "Es ist kein Ziel, dass wir sofort wieder aufsteigen", sagte Präsident Dieter Kalt noch im Juni. Ziel ist für uns, eine neue Mannschaft zu machen. Das Gerippe werden zwei, drei Routiniers bilden...“

Das war Ende Juni 2009, keine 10 Monate später ist davon aber nichts mehr zu sehen. Statt der angekündigten zwei bis drei Routiniers sucht man die Youngsters im Team. Nachdem man im Vorjahr Lars Bergström nicht mehr wollte, hatte man Bill Gilligan als „Wunderwuzzi“ geholt, dem man die Zeit geben wollte, um ein junges Team aufzubauen. Der „Startrainer“ hat sich bei der Zusammenstellung für die bevorstehende WM aber als Angsthase entpuppt. In der Defensive werden die Österreicher auf fünf Spieler vertrauen, die über 30 Jahre alt sind. Selbst der erfahrene Thomas Pöck kann wohl eher nicht mehr als Youngster durchgehen und wäre eher einer jener Routiniers gewesen, der als Vorbild und Leaderfigur eine junge Abwehr führen hätte können.

Im Angriff sieht es nicht viel anders aus. Der jüngste Stürmer ist Thomas Raffl mit 23 Jahren, die beiden WM Debütanten Latusa und Hager sind mit 26 und 28 Jahren auch schon länger dem Lernalter entschlüpft. Etwas mehr als 29 Jahre ist somit das Durchschnittsalter des ÖEHV Teams und somit ist diese Mannschaft keine Investition in die Zukunft. Selbst wenn der Aufstieg in die Erstklassigkeit gelingen sollte, wird man mit dieser Einstellung weiterhin jene Fahrstuhlmannschaft bleiben, die man bereits seit dem Jahr 2004 ist. Seither hat man die A-Klasse nie mehr gehalten...

Ein Stiefkind namens Nachwuchs
Da kann der ÖEHV noch so laut und andauernd schimpfen, dass der Nachwuchs in der EBEL keine Chance bekommt, wenn man es dann selbst nicht hinbekommt, die eigenen Vorgaben in Richtung einer Verjüngung durchzusetzen, dann ist das ein Zeichen dafür, wie es um den Nachwuchs in Österreich bestellt ist. Dass es durchaus Potential gibt ist unbestritten und wird von dem ein oder anderen Spieler auch immer wieder in diversen Ligen unter Beweis gestellt. Nur muss man diesen jungen Leuten auch die Möglichkeit geben, auf internationalem Parkett zu lernen. Wenn das dann bedeutet, dass man eben ein bis zwei Jahre in der B-Gruppe spielt – wen kümmert's?

Doch ohne dem nötigen Mut zur Veränderung wird sich am Status Quo nichts ändern. Vermutlich wird Österreich wieder aufsteigen, nächstes Jahr dann aber erneut die Rechnung für seine Angsthaseneinstellung präsentiert bekommen. In Wirklichkeit könnte man sich das Geld für den Startrainer sparen, denn diese Aufstellung hätten wohl auch andere zusammen gebracht. Vielleicht hätten die sogar etwas mehr Mut gezeigt.

Man stelle sich nur vor, das Team Austria würde die B-WM in Tilburg nicht gewinnen, was durchaus möglich ist. Dann hat man wieder eine Chance vertan, ein Jahr des Lernens verschenkt. Aber bestimmt hört man im Anschluss erneut diese Stimmen, die eine Verjüngung versprechen. Einen neuen Weg ankündigen. Irgendwann sollte man diesen Weg dann aber auch einschlagen, denn ewig kann die „Altherrengang“ auch nicht spielen. Und dann zu erwarten, dass von hinten Führungsspieler nachkommen wäre mehr als vermessen.

passende Links:

Offizielle Seite des IOC