photo_304275_20121102.jpg EXPA / Sportida Matic Klansek Velej

Läuft Pierre Pages Zeit in Salzburg ab?



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Dienstag, 06.November 2012 - 20:50 - Im Sommer 2007 trat Pierre Page bei Red Bull Salzburg an, um Großes zu erreichen. Der Kanadier mit dem imposanten Lebenslauf hatte alle Freiheiten bei den Mozartstädtern und konnte anfangs mit zahlreichen Erfolgen aufwarten. Fünf Jahre später ist die Strahlkraft von Page verblasst und plötzlich scheint sogar eine Ablöse möglich.

Nur Platz 9 in der Tabelle nach 19 Runden, NHL Stars, die fast schon fluchtartig Salzburg verlassen und immer wieder unzufriedene Spieler. Das "System Page" bröckelt, ungeachtet großer Eurosummen konnten die wortgewaltig angekündigten Modelle nie das halten, was versprochen wurde. Man leistete sich viel in den letzten Jahren: namhafte Co-Trainer, ein Ausbildungsmodell wurde entworfen, eine Akademie ins Leben gerufen und jede Menge Spielerrotationen.

Man wollte Spieler für die NHL ausbilden, herausgekommen ist dabei gar nichts. Nicht einmal in die eigene Kampfmannschaft haben es die Jungen auf Dauer geschafft. Zu sehr hat Page in der Vergangenheit seine eigenen Landsmänner forciert - und wenn einmal einer nicht gepasst oder sich nicht dem Willen des Trainers gebeugt hat, wurde eine personelle Änderung vorgenommen.

Dem stehen allerdings auch drei EBEL Titel und der Gewinn des hauseigenen Salute Turniers gegenüber. Doch auch hier wurde oftmals mehr geblendet: wenn es sportlich wirklich eng wurde, hat man noch einmal nachgerüstet.

Enström und Clarkson keine Einzelfälle
Den aktuellen Stein ins Rollen gebracht haben die beiden NHL Profis Tobias Enström und David Clarkson, die Gerüchten zufolge mit ihrer Rolle im Team nicht zufrieden waren und eine Aussprache mit Page forderten. Es ging vor allem um mehr Eiszeit, immerhin wollte man sich in Europa fit halten und auf eine mögliche NHL Saison vorbereiten.

Page fand allerdings keine Zeit für dieses Gespräch, daher zogen die NHLer trotz laufender Verträge die Konsequenzen und verließen Salzburg. Bei den Bullen hat man noch immer keine offizielle Stellungnahme via Pressemeldung bzw. Homepage zu diesen Entwicklungen abgegeben. Gegenüber den Salzburger Nachrichten wurde nur die Abreise von Enström bestätigt. Inzwischen berichten die "SN" allerdings, dass angeblich noch ein Legionär das Weite gesucht haben soll.

Ebenfalls wenig zufrieden sein dürfte Bernd Brückler, der nach Salzburg gewechselt ist und seither zwei Partien absolvieren durfte.

Page schwer unter Beschuss
Bereits seit Jahren steht Pierre Page ob seiner nicht unbedingt einfachen Art immer wieder schwer in der Kritik von Medien und Fans. Bislang hat man ihm in Salzburg immer die Treue gehalten, angesichts der aktuellen wenig erfreulichen Ereignisse und den ausbleibenden sportlichen Erfolgen soll es nun aber auch durch Red Bull Chef Mateschitz selbst Druck geben. Noch wird Page aber die Chance eingeräumt, die Fehler auszubessern. Wenn nicht, dann könnte die Zeit des Kanadiers tatsächlich ablaufen...

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