Hockeyfans.at/Reinhard Eisenbauer

Expandiert die EBEL nach Tschechien?



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Freitag, 20.Mai 2011 - 20:12 - Eine Überraschung gab es bei der heutigen Präsidentensitzung der Erste Bank Eishockey Liga. So dürfte schon ab diesem Herbst Znaim aus der tschechischen Republik in der EBEL antreten!

Im Vorjahr war es München, heuer ist es Znaim. In der Extraliga können die Tschechen finanziell nicht mithalten, nun äugen sie Richtung EBEL und wollen in der Mehrländerliga Fuß fassen.

"Für Znaim wäre ein Antritt in der nationalen Liga aus finanziellen Gründen unmöglich gewesen", wird Ligapräsident Safron vom ORF zitiert. Als letzte Frist für die Bewerbung und Einreichung aller nötigen Unterlagen wurde den Tschechen der 31. Mai eingeräumt. Das gilt auch für Dornbirn, das weiterhin Interesse an einer EBEL Teilnahme hat, den Bulldogs sollen aber weiterhin fast eine Million Euro an Sponsorengeldern benötigen, um in der ersten Liga mithalten zu können. Demnach sieht es bei den Vorarlbergern nicht so rosig aus und es droht eine 11er Liga.

Znaim (Znojmo) liegt in Südtschechien, direkt an der Grenze zu Österreich. Der Verein ist im Jahr 1999 in die Extraliga aufgestiegen und erreichte als bestes Ergebnis seiner Vereinsgeschichte im Jahr 2006 das Halbfinale. Die "Adler", wie sie in Tschechien genannt werden, verfügen über eine Heimarena für 5.500 Zuschauer und schieden in der letzten Saison im Viertelfinale der Erstliga Play Offs aus. Erste Liga deswegen, weil Znaim bereits im Vorjahr seine Extraligalizenz verkauft hatte.

Profi Schiedsrichter kommt
Vielfach gefordert wurde auch eine Professionalisierung des Schiedsrichterwesens, was zumindest in ersten Schritten angegangen werden dürfte. Bereits ab der kommenden Saison soll es einen Profi-Referee geben, der die heimischen Schiris ausbildet.

Bereits im Vorfeld von HF.at angekündigt und nun auch Tatsache ist eine Abänderung der Punkteregel. So werden ab nun auch U24 Spieler keine Punkte mehr "zählen". Ab der nächsten Saison dürfte es dann auch zu einer Reduktion der ausländischen Akteure in der EBEL kommen, so der Plan der Vereinspräsidenten.

Keine Farmteamliga
Ein Missverständnis dürfte die seit gestern herumgeisternde EBEL2 in der kolportierten Form sein. Wie allgemein vermutet wurde, sollte es sich dabei um eine reine Farmteamliga handeln, was aber nicht der Fall ist. Es handelt sich bei diesem Plan weiterhin um die Nationalliga, die um einige Farmteams erweitert werden könnte. Bis zum 18. Mai sollte der ÖEHV eine entsprechende Information an alle interessierten Vereine schicken, was jedoch bis heute Vormittag offenbar nicht geschah. Somit wackelt auch die "Nationalliga neu" in der erhofften und erweiterten Form derzeit wieder.

Zukunftspläne#
Für die kommende Saison haben die Präsidenten einen Grundsatzbeschluss gefasst, dass in Weiterführung der begonnenen Liga-Leitbild-Entwicklung noch intensiver an der Planung von Maßnahmen für eine weitere positive Entwicklung der Erste Bank Eishockey Liga gearbeitet wird und diese in den wichtigsten Schritten bereits in der Saison 2012/13 zur Umsetzung gelangen soll:

- Reduktion der Budgets
- Reduktion der Transferkarten-Spieler
- Nachwuchsförderung
- Neuorganisation des Schiriwesens u.a. durch Einbeziehung professioneller Referees in den Schiedsrichterkader
- Neuer Modus

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