Hockeyfans.at/Reinhard Eisenbauer

EBEL lässt ÖEHV Kritik nicht gelten



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Dienstag, 05.Mai 2009 - 16:09 - ÖEHV-Präsident Dieter Kalt sieht in der Vielzahl der Transferkartenspieler einen wesentlichen Grund für den Abstieg des Nationalteams. Erste Bank Eishockey Liga Präsident Karl Nedwed ist über die Reaktion des Verbandes überrascht und legt dem Abstieg des Nationalteams vielschichtigere Probleme zu Grunde: „Es wäre schön, wenn eine Limitierung der Ausländer die A-Zugehörigkeit garantieren würde.“
Das Nationalteam hat den Klassenerhalt verpasst. Und wie auch beim Abstieg 2007 wurde die Kritik – seitens des Verbandes - wieder laut, dass es zu viele Transferkartenspieler gibt, die Österreicher dadurch zu wenig zum Einsatz kommen.

Ligapräsident Karl Nedwed ist über die Kritik seitens des ÖEHV-Präsidenten Dieter Kalt überrascht und weiß dennoch, dass die Liga auch am Erfolg des Nationalteams gemessen wird. „Es hilft aber niemanden, wenn man immer die Liga öffentlich kritisiert, wenn das Nationalteam absteigt. Es wäre schön, wenn eine Limitierung der Ausländer die A-Zugehörigkeit garantieren würde. 2005 gab es noch eine ÖEHV-Transferkartenregelung in der Liga, die Vereinsbudgets waren niedriger, es kamen die Österreicher bei den Vereinen zum Einsatz und dennoch ist das Team damals abgestiegen. Das Durchschnittsalter lag damals bei über 27 Jahren. Heuer lag es unter 25 Jahren,“ sieht Nedwed allein darin keine Lösung für das österreichische Eishockey und glaubt auch, dass - abgesehen von den vielen Verletzten - nicht das stärkste Team nominiert wurde.

Nedwed überrascht über Kritik
Ligapräsident Nedwed ist aufgrund der guten Gesprächsbasis mit dem Verband in den letzten Wochen und Monaten vor der WM überrascht über die derzeitige öffentliche Kritik seitens des ÖEHV: „Die Vereine bezahlen Jahr für Jahr einen hohen Preis, damit Nationalteamspieler in Österreich spielen und nicht im Ausland. Die Vereine bezahlen weiter Jahr für Jahr einen hohen Preis, um sich sportlich an das internationale Niveau auf Clubebene heranzutasten. Speziell KAC, VSV und Salzburg bezahlen ebenso Jahr für Jahr einen hohen Preis, damit professionelle Nachwuchsarbeit ermöglicht und umgesetzt wird, aktuell sieht man dies ebenso am hohen Einsatz der Vienna Capitals, die mit der Übernahme der Albert-Schultz-Eishalle ein Eishockeyzentrum in der Bundeshauptstadt etablieren werden. Und nicht zuletzt bezahlen die Vereine Jahr für Jahr einen immer höher werdenden Preis in Form von Verbandsgebühren an den ÖEHV“, setzt Nedwed, trotz der gestrigen Absage des Verbandes, derzeit alles daran, dass sich Österreich für die Austragung der B-WM 2010 bewirbt.

Liga fordert Rahmenbedingungen
“Wir wurden in den letzten Wochen in den Medien unter anderem mit unserem Nachbarn, der Schweiz, verglichen. Dieser Weg, der vor 10-15 Jahren eingeschlagen wurde, erweist sich als richtig – für die Schweiz. Österreich hat weder eine für das Schweizer Nachwuchskonzept nötige Infrastruktur noch die Rahmenbedingungen. Seit mehreren Jahren ist es eine zentrale Forderung der Liga, den Nachwuchs wie in der DEL oder in der NLA in erster und zweiter Liga ungehindert zum Einsatz bringen zu können. Die derzeitigen Farmteam- und Zweitteamregelungen sind für viele Vereine aber vor allem für die Nachwuchsspieler selbst mehr Hürde als Perspektive. Noch dazu muss man speziell beim Vergleich mit den Schweizern bedenken, dass sie nicht in der EU sind, die der FIFA unlängst eine Absage für die „6+5-Regel“ erteilt hatte, diese als rechtswidrig ablehnte,“ spricht Ligapräsident Nedwed einige Hürden für die Entwicklung des Eishockeys in Österreich an und ist vom derzeitigen Nachwuchskonzept des ÖEHV enttäuscht: „Es gibt leider noch immer keinen hauptamtlichen Nachwuchstrainer. Und die längst überfällige Reform der Nachwuchsligen wurde seitens des Verbandes immer noch nicht angegangen.“

Gemeinsamer Weg
Dennoch ist Erste Bank Eishockey Liga Präsident Karl Nedwed überzeugt, dass auf der bereits aufgebauten Basis vor der WM gemeinsam mit dem Österreichischen Eishockeyverband und den Ligavereinen, wo in den Kaderplanungen für die kommende Saison eine klare Tendenz zu weniger Transferkartenspielern erkennbar ist, Lösungen für die Zukunft des österreichischen Eishockeys gefunden werden.

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