2
 
3

MZA vs.AVS

5
 
4

ZNO vs.G99

3
 
4

KAC vs.RBS

2
 
3

HCI vs.VIC

4
 
3

BWL vs.MZA

3
 
4

DEC vs.VSV

3
 
2

DEC vs.VIC

4
 
5

AVS vs.HCB

0
 
0

RBS vs.MZA

0
 
0

ZNO vs.KAC

0
 
0

BWL vs.G99

0
 
0

HCI vs.AVS

0
 
0

RBS vs.VSV

0
 
0

MZA vs.HCB

0
 
0

KAC vs.ZNO

0
 
0

G99 vs.BWL

Div, TimeOut MKL / eishockeybilder.com

Time Out: Ein historischer Tag als erster Schritt eines langen Weges



Teilen auf facebook


Samstag, 02.Mai 2015 - 16:38 - Das erste Spiel bei dieser Eishockey WM in Prag ist für Österreich absolviert und die ÖEHV Auswahl hat gleich zum Auftakt alle Pessimisten Lügen gestraft. Der Sieg über die Schweiz war ein historischer, der vor allem eines geben sollte: Selbstvertrauen und den Mut, endlich einmal langfristig etwas aufzubauen.

Sportfans in Österreich haben bekanntlich ein stark ausgeprägtes Gen: Pessimismus wird groß geschrieben, schon im Vorfeld wird dem Suderantentum gefrönt und alles, wirklich alles ist schlecht. Schuld sind übrigens immer die anderen. Das ist im Fall der Eishockeynationalmannschaft aus der Sicht der EBEL meist der ÖEHV, der Verband hat die EBEL als Sündenbock ausgemacht.

Dazwischen stehen Fans und Mannschaft. In den vergangenen Jahren lief nicht immer alles so, wie man das von Profis erwarten durfte. Keine Frage, es wurden Fehler gemacht. Viele sogar. Das wussten alle und auch im Vorfeld zur WM in der Tschechischen Republik gab es lautstarke Kritiken. Warum nur kann man auf NHL Stars wie Michael Grabner verzichten, die Posse rund um Torhüter Mathias Lange war Salz auf die Mühlen der Kritiker.

Dass man in der Vorbereitung kein einziges Match gewinnen konnte schien die Tendenz für diese WM offensichtlich werden: der Abstieg war die einzig logische Konsequenz. Nichts Neues für das Team Austria, das seit dem Jahr 2004 den Status der Fahrstuhlmannschaft fast schon zelebriert. Zu gut für die Division I, zu schlecht für die Weltgruppe. X Anfänge wurden gemacht, immer wieder sollte der Umbruch kommen.

Neue Tugenden unter Ratushny
Jetzt ist er da. Daniel Ratushny hat eine junge Mannschaft nach Prag mitgenommen, mit all ihren Stärken und Schwächen. Eisläuferisch kann man mit der Weltelite nicht mithalten, taktisch gibt es Defizite, die Abwehr ist immer wieder für Fehler und Aussetzer gut und im Spiel nach vorne lässt man zu viele Sitzer aus. Aber es gibt eben auch dieses große „ABER“. Die Mannschaft kämpft, gibt nie auf und zeigt genau jene Tugenden, die man von einem unterlegenen Team erwarten darf.

Dass Österreich bei der WM zu den technisch und eisläuferisch schwächsten Teams zählen wird kommt jetzt nicht gerade überraschend. Auch nicht, dass man vom Tempo der Spitzenteams schlicht und ergreifend überfordert ist und dadurch auch Spiele deutlich verlieren wird. Der Qualitätsunterschied ist groß, die Erste Bank Eishockey Liga gaukelt uns seit Jahren etwas vor, das in Wirklichkeit nicht da ist.

Ein Sieg über die Schweiz – der erste seit 18 Jahren (!!!) - lässt nun die Brust der Österreicher wieder anschwellen. Aber wie so oft bei einem Turnier ist das nur der Anfang gewesen. Die wirklich wichtigen Partien gegen Frankreich, Lettland und auch Deutschland kommen erst. Dort wird sich zeigen, wo man steht. Die Mannschaft von Dan Ratushny hat Charakter, sie ist jung und die Spieler lernen in jedem Match etwas, das sie am Altar des Meistertitels opfern müssen. Sie bekommen Eiszeit, spielen Power Play und kommen gegen die besten Spieler der Welt in Situationen, in denen sie selbst aus Fehlern nur lernen können.

Deswegen sind Teilnahmen an A-Weltmeisterschaften so wichtig. Egal, ob es morgen gegen Schweden wieder eng wird oder man eine Packung kassiert. Der Umbruch ist endlich vollzogen, nach Jahren des Zauderns – endlich, ist man geneigt zu sagen. Wenn die Nationalmannschaft in den noch folgenden 6 Partien so spielt wie heute gegen die Schweiz und dann trotzdem absteigt, dann wird kein einziger Eishockeykenner daraus einen Vorwurf basteln. Die Schweiz hat seit 1998 an ihrem aktuellen Status im Welteishockey gearbeitet. Österreich steht erst am Anfang eines langen Weges, die ersten Babyschritte sind gemacht und schon gibt es auch den ersten schönen Erfolg.

Die Großen machen es anders
Der größte Unterschied zu den Nationen ganz oben? Während in Österreich gerne gesudert wird, packt man dort die Probleme an, streicht die guten Aspekte heraus und sorgt für positive Schlagzeilen. Paradebeispiel gefällig? Wenn in der NHL ein Tor geschossen wird, dann ist es nie ein Fehler des Goalies, sondern immer die herausragende Leistung des Torschützen, die dazu geführt hat. So werden Helden gemacht. So wird Selbstvertrauen generiert. So stellt man seine Leistung im richtigen Licht dar.

Damit alleine wird man aber international nicht in der A-Gruppe Fuß fassen. Das Nationalteam ist nur eine Momentaufnahme. Die viele, viele Jahre als Vorbild hergenommene Schweiz hat viel Geld in den Nachwuchs investiert. Sehr viel Geld sogar. Heute hat man drei Mal so viele Nachwuchsspieler als in Österreich. Es ist nicht die EBEL, in der die Veränderungen begonnen werden müssen. Es ist der Nachwuchs. Solange aber die großen Vereine ihre Budgets ausschließlich darauf ausrichten, in der EBEL vorne mitzuspielen, wird sich nichts an der Ist-Situation ändern. Sicher, es wird ab und zu einen Außenseitersieg geben. Vielleicht schafft man auch den Klassenerhalt bei der WM und bringt den ein oder anderen herausragenden Auslandsösterreicher hervor. Nachhaltig oben mitspielen oder sogar weiter nach vorne wird man sich aber erst mit einer anderen Art und Weise der Zusammenarbeit wagen können.

Erst wenn man gemeinsam an einem Tisch sitzt und wirklich miteinander arbeitet können diese Jubelmeldungen wie heute nach dem Sieg über die Schweiz konstant kommen. Aber dafür benötigt man gegenseitigen Respekt, Vertrauen und neben der nötigen Steherqualität eben auch das dringend notwendige Geld.

"Wir haben keine Arschlöcher im Team, jeder kämpft für jeden, jeder freut sich mit dem anderen", meinte Manuel Latusa heute nach dem Penalty Erfolg über die Schweiz. Danke für diesen Satz – möge er auf den Kühlschränken jedes einzelnen Eishockeyverantwortlichen in Österreich kleben. Egal ob bei EBEL, ÖEHV oder auch den Medien und den Fans. Es wird auch andere Tage als den heutigen geben. Auch sie gehören dazu, um sich zu verbessern. Umso größer dann die Freude, wenn etwas gelingt, auf das man so lange hingearbeitet oder gewartet hat.


Quelle:red/PM