bwl/Eisenbauer

Black Wings schlagen nach 0:3 die Capitals



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Montag, 01.Januar 2017 - 19:57 - Neues Jahr, neues Glück! Die Black Wings hatten in drei Anläufen keine Punkte gegen die Vienna Capitals gemacht, im neuen Jahr gelang den Linzern aber doch der erste Sieg gegen den Meister. Und das nach einem 0:3 Rückstand nach 30 Minuten!

Nur 48 Stunden nach dem letzten Aufeinandertreffen im alten Jahr standen sich die LIWEST Black Wings und Meister Vienna Capitals im neuen Jahr schon wieder gegenüber. Bei den Oberösterreichern waren mit Kevin Moderer und Corey Locke zwei zuletzt fehlende Spieler wieder dabei. Dafür fehlten der verletzte Sebastien Piche und der erkrankte Patrick Spannring. Bei den Wienern konnte Taylor Vause nach seiner Verletzung aus dem letzten Spiel nicht eingesetzt werden.

Die Linzer wollten im vierten Anlauf dieser Saison endlich den ersten Sieg gegen den Meister und begannen auch druckvoll. In der ersten Minute hatte Rick Schofield am langen Eck stehend die Chance, brachte die Scheibe aber nicht rein. Danach wurden die Capitals immer bestimmender und bekamen auch die erste Power Play Situation zugesprochen. Die nützten die Hauptstädter nicht, stattdessen konterten die Linzer gefährlich, aber Lamoureux war gegen Broda gut postiert und vereitelte diese Möglichkeit. Es sollte für einige Zeit die letzte Offensivaktion der Gastgeber bleiben, denn die Capitals waren das bessere und auch intelligenter spielende Team. In der 7. Minute war Peter Schneider über rechts durch, aber noch konnte Mike Ouzas mit der Schulter retten. Wenig später war er dann aber geschlagen: Jamie Fraser nützte die Tatsache, dass der Linzer Verteidiger Dorion kurz ohne Stock spielte und knallte die Scheibe hoch ins rechte Kreuzeck.

Auch danach blieben die Hauptstädter tonangebend und deutlich zwingender. In der 17. Minute kam Ryan McKiernan an der blauen Linie völlig frei zum Schuss und überwand den Linzer Schlussmann zum zweiten Mal an diesem Abend. Damit hatten die Capitals wie schon vor zwei Tagen eine 2:0 Führung im Rücken und waren am besten Weg, gegen handzahme Black Wings den vierten Saisonsieg einzufahren. Andreas Kristler traf zwar kurz vor der Pause noch die Außenstange, aber insgesamt fehlte es den Gastgebern an Intensität und Präzision.

Die Vienna Capitals waren auch in den ersten zehn Minuten des zweiten Drittels ganz klar auf der Siegerstraße. Die Wiener waren schon nach wenigen Sekunden knapp am dritten Tor dran und arbeiteten konstant konzentriert weiter an dieser Partie. Das sollte Erfolg bringen, denn Riley Holzapfel schloss in der 30. Minute zum 3:0 für die Gäste ab - das 100. Gegentor für die Linzer in dieser Saison. Auf die Black Wings haben zu diesem Zeitpunkt nicht einmal mehr die Fans in der eigenen Halle mehr gesetzt, denn es war schon sehr ruhig in der Keine Sorgen EisArena.

"Wir wollen die Linzer sehen" skandierten die Fanclubs und wie so oft war es eine Aktion, die für eine Trendwende sorgte. in der 35. Minute zeigte Mario Altmann viel Übersicht, Dan DaSilva verlängerte einen scharfen Pass und die Linzer waren im Spiel. Und wie! Genau 60 Sekunden später war der heuer so enttäuschende Joel Broda über rechts frei, schloss seinen an und für sich bekannten Handgelenksschuss ab und Jean Philipp Lamoureux war im langen Eck bezwungen. Jetzt waren die Stahlstädter so richtig wach, wiederum nur eine Minute später stand die Halle Kopf. Da hatte Kevin Moderer direkt vor dem Tor unhalbar abgefälscht und das 3:3 erzielt.

Die Vienna Capitals antworteten beinahe, aber eben nur beinahe, denn nur Sekunden nach dem Ausgleich war es vor Mike Ouzas richtig turbulent. Ein Tor fiel aber nicht. Stattdessen begannen die Capitals vor dem eigenen Gehäuse nicht mehr hart genug zu arbeiten und die Linzer kratzten sogar an der Führung. Altmann, Locke und Hofer hatten diese am Schläger, sollten aber allesamt vergeben. Es ging mit einem 3:3 in die zweite Pause und man durfte hoffen, dass endlich Leben in diese Partie eingekehrt war.

Die Linzer wirkten jetzt wacher und aggressiver, waren mit den Stöcken bei den Wiener Angriffen da und störten früh. Das schmeckte dem Meister ganz und gar nicht und so waren es jetzt die Hausherren, die den Ton angaben. Lebler scheiterte mit einem OneTimer (44.), Hofer wollte einen Robert Lukas Schuss abfälschen (46.), aber Lamoureux war da und hielt das Ergebnis fest.

Nicht nur die Aufholjagd der Linzer erinnerte an das Spiel von vor zwei Tagen, auch die Tatsache, dass sie trotz besser werdendem Spiel eine Strafe kassierten und den Capitals damit in die Hand spielten ließ Erinnerungen wach werden. Dieses Mal war es DaSilva, der auf der Strafbank Platz nahm und es dauerte nicht lange, bis Pollastrone in Überzahl die Führung für die Gäste erzielte.

Während der Meister seine Chancen fast zu 100% nützte, brauchten die Black Wings zu viele davon. Corey Locke wurde in der 48. Minute schön freigespielt, kam im Slot unbedrängt zum Schuss, sein Versuch war aber zu zentral und kein Problem für JP Lamoureux. Die Partie war nicht hochklassig, aber spannend. Die Wiener warteten, verwalteten die Räume und ihren Vorsprung recht geschickt, während die Oberösterreicher nicht nur ihre Chancen verschleuderten, sondern auch noch weiterhin unnötige Strafen kassierten. Das machte es der Mannschaft von Serge Aubin nicht besonders schwer, mit ihrem knappen Vorsprung im Rücken in die Schlussphase zu gelangen.

Aber auch beim Meister passieren Fehler - wie jener zwei Minuten vor Ende. Da griff Lamoureux bei einem relativ harmlosen Schuss von Jonathan Daversa daneben und die Black Wings durften doch noch das 4:4 bejubeln. Doch noch war die reguläre Spielzeit nicht zu Ende. Der Meister gab noch einmal Gas und schrammte einige Male am fünften Treffer vorbei. Doch es blieb beim Unentschieden und erstmals in dieser Saison hatten die Linzer zumindest einen Punkt gegen die Vienna Capitals ergattert.

In der Verlängerung hatte Corey Locke nach knapp zwei Minuten die Riesenchance auf den Sieg. Er zog zur Mitte, machte einen Haken, scheiterte dann aber am langen Bein des hervorragenden Lamoureux im Wiener Tor. Eine Glanztat des Meisterkeepers. der wenig später auch noch eine 1 gegen 0 Situation von Joel Broda vereitelte. Aber im dritten Anlauf trafen die Linzer dann. Corey Locke zog auf und davon, ließ sich die Chance nicht nehmen und traf zum 5:4 Sieg für die Black Wings. Diese feierten im vierten Anlauf den ersten Erfolg über die Vienna Capitals, die trotz einer 3:0 Führung nur mit einem Punkt die Heimreise aus Linz antreten konnten.

LIWEST Black Wings - Vienna Capitals 5:4 n.V. (0:2, 3:1, 1:1, 1:0)
Tore: 0:1 Fraser (8.), 0:2 McKiernan (17.), 0:3 Holzapfel (30.), 1:3 DaSilva (35.), 2:3 Broda (36.), 3:3 Moderer (37.), 3:4 Pollastrone (47./PP), 4:4 DAversa (59.), 5:4 Locke (63.).

passende Links:

Erste Bank Eishockey Liga
Vienna Capitals
Liwest Black Wings Linz


Quelle:red/kf