5
 
3

DEC vs.RBS

2
 
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AVS vs.HCI

4
 
3

HCI vs.G99

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3

ZNO vs.AVS

3
 
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VIC vs.HCB

4
 
2

RBS vs.BWL

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KAC vs.DEC

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ZNO vs.HCB

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VSV vs.HCI

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DEC vs.ZNO

0
 
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RBS vs.AVS

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BWL vs.G99

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VSV vs.VIC

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HCI vs.RBS

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G99 vs.KAC

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AVS vs.BWL

17.03.2017, Eiswelle, Bozen, ITA, EBEL, HCB Suedtirol Alperia vs UPC Vienna Capitals, Playoff, Halbfinale, 2. Spiel, im Bild Serge Aubin (UPC Vienna Capitals), Timeout // during the Erste Bank Icehockey League, playoff semifinal 2nd match between HCB Suedtirol Alperia and UPC Vienna Capitals at the Eiswelle in Bozen, Italy on 2017/03/17. EXPA Pictures ? 2017, PhotoCredit: EXPA/ Johann Groder EXPA/ Johann Groder

Serge Aubin: "Diese Saison hat keine Bedeutung mehr"



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Donnerstag, 20.April 2017 - 15:12 - Die EBEL Saison ist vorbei, der Meister hat seine letzte Ehrung erfahren und Trainer Serge Aubin meldet sich noch einmal mit einem Interview zu Wort. Er blickt zurück auf eine sehr erfolgreiche Saison und schaut auch auf die nächsten Monate...

Serge, nach der gestrigen Ehrung im Wiener Rathaus ist die Saison der UPC Vienna Capitals jetzt offiziell beendet. Wenn Du zurückdenkst an Deinen ersten Tag hier in Wien, die neun Monate bis zum Meistertitel. Hast Du schon realisiert was alles passiert ist?
„Als ich im Sommer nach Wien kam war alles neu für mich. Ich musste mich erst zurechtfinden, ich kannte nicht viele Spieler. Es fühlt sich jedenfalls an, als wäre es gestern gewesen. Die Saison ist so schnell vergangen. Langsam realisiere ich was wir in den letzten neun Monaten erreicht haben und das war doch einiges.“

Wann hattest Du zum ersten Mal das Gefühl, dass hier in Wien etwas Großes entstehen kann?
„Ich erinnere mich noch an unser erstes Spiel. Es war in der Champions Hockey League zu Hause gegen Skelleftea. Meine Mannschaft ist in den Trainingswochen davor von Tag zu Tag immer mehr zusammengewachsen. Vor dem Spiel gegen Skelleftea wussten Craig und ich, dass die Schweden wahrscheinlich 80 Prozent Puckbesitz haben werden. Daher mussten wir gemeinsam als Team einen Weg finden den großen Favoriten zu besiegen. Wie die Burschen dann aufgetreten sind, gekämpft haben und den Sieg einfuhren, da wusste ich, dass etwas Großes entstehen kann. Das hat sich dann auch beim Spiel in Skelleftea gezeigt. Jeder meiner Spieler stellte sich in den Dienst der Mannschaft. Das war sicher einer unserer Erfolgsfaktoren für die erfolgreiche Saison.“

Gab es für Dich „Turning-Points“ in der Saison, die den Weg zum Titel geebnet haben?
„Wir haben im Laufe der Saison sehr oft mit 3:2 gewonnen. Einige Male haben wir die Partie gedreht. Diese Leistungen und Ergebnisse haben uns den Glauben gegeben, dass alles möglich ist. Es gibt jetzt keinen speziellen Moment, aber es gibt ein Bündel an Faktoren, die uns den Weg zum Titel ermöglicht haben. Das Team hatte einen tollen Charakter und viele Spieler mit Führungsqualitäten. Unsere Youngstars haben vom Start der Saison Vollgas gegeben, jeder Spieler musste hart arbeiten. Natürlich werden mir die drei Overtime-Siege in den Play-off-Serien in Erinnerung bleiben. Vor allem der Erfolg in Spiel zwei in Innsbruck. Die Entscheidung fiel erst in der dritten Overtime. Meine Jungs waren völlig ausgelaugt, aber trotzdem immer hellwach und sie sind meinen Anweisungen gefolgt.“

Jeder hatte einen speziellen Moment in der Meistersaison, den er nie vergessen wird. Wie lautet Deiner?
„Ich denke das war das zweite Finalspiel in Klagenfurt. Als wir mit 1:4 zurücklagen, dann beim Stand von 2:4 unseren Goalie vom Eis nahmen. Die Klagenfurter Stadthalle stand wie eine Wand vor uns. Unser Comeback in den letzten Minuten und die beiden Treffer zum 4:4. Dieser Glaube an unsere Fähigkeiten und der Beweis, dass wir auch so gut wie aussichtlose Situationen meistern können, das hat uns fast unbesiegbar gemacht. Wir haben die ganze Saison so hart gearbeitet. Dieser Moment war für uns die Bestätigung, dass wir alles richtiggemacht haben und dass wir tatsächlich den Pokal holen können.“

Wie hast Du den Party-Marathon nach dem Titelgewinn in Klagenfurt miterlebt?
„Nach der Schlusssirene in Klagenfurt war es so schön all die lachenden Gesichter von Spielern, Betreuern und Mitarbeitern zu sehen. Die Emotionen auf dem Eis waren eine große Belohnung für die harte Arbeit in den vergangenen Monaten. Diese Momente werde ich nie vergessen. Wir haben versucht all diese speziellen Erlebnisse aufzusaugen. Unsere Fans waren unglaublich. Als wir um 6 Uhr in der Früh zurück nach Wien kamen, haben fast 400 auf uns gewartet. Wir haben jede Sekunde genossen und die Erinnerungen werden für immer bleiben. Jetzt ist aber die Zeit gekommen ein neues Kapitel aufzuschlagen.“

Wie lautete die Erfolgsformel der Meistersaison?
„Zuerst einmal brauchst du eine Mannschaft mit Charakter und guten technischen sowie körperlichen Fähigkeiten. Wir hatten eine gute Balance. Kein Spieler kümmerte sich um seine persönlichen Statistiken. Wir haben immer im Hier und Jetzt gelebt und meine Burschen verfolgten nur ein Ziel, nämlich zu gewinnen. Für meine Jungs, aber auch für mich als Coach war die Saison ein großartiger Beweis wie stark man als Team auftreten kann.“

Neun Spieler im Kader waren jünger als 24 Jahre und hatten einen österreichischen Pass. Hast du damit gerechnet, dass die „Jungen Wilden“ so eine tolle Saison abliefern?
„Ich habe darauf gehofft. Als ich unsere jungen Spieler zum ersten Mal auf dem Eis sah, wusste ich, dass sie ordentliche Fähigkeiten und einen gewaltigen Speed haben. Die Youngstars wollten täglich dazulernen. Ihr Spiel war simpel, aber sehr effektiv. Meine Auffassung von einem Vier-Linien-Spiel ist folgende: Wir sprechen nicht von der ersten, zweiten, dritten oder vierten Linie, sondern von Linien mit verschiedenen Rollen. Manche müssen offensiv produzieren, andere müssen Energie ins Spiel bringen. Das war der Auftrag für unsere Youngstars in der „Energy Line“ und diesen haben sie perfekt erfüllt.“

Welche Spieler haben aus Deiner Sicht in dieser Saison die größten Schritte nach vorne gemacht?
Prinzipiell haben alle Spieler einen großen Schritt nach vorne gemacht. Vor allem im taktischen Bereich und wie ein Spiel zu lesen ist. Im Speziellen denke ich aber an unsere „Jungen Wilden“. Sascha Bauer war 2015/2016 am Abstellgleis und in dieser Saison machte er einen großen Sprung vorwärts. Oder Dominic Hackl. In seinem Alter ist es nicht leicht in der Defensive seinen Mann zu stellen. Er hat es geschafft und wir haben ihn sogar im Penalty-Killing, in kniffligen Situation, eingesetzt. David Kickert war in einigen Spielen mit großartigen Saves zur Stelle. Julian Großlercher oder Benjamin Nissner, den ich am Anfang der Saison aus dem Line-Up nahm, da ich dachte, er sei noch nicht so weit. Benni kämpfte sich zurück und war Teil der Meistermannschaft. Wir hatten vollstes Vertrauen in unsere jungen Spieler. Gleichzeitig bestätigte sich wieder, dass dies nur durch harte Arbeit möglich war. Unseren Youngstars wurde nichts geschenkt, sie haben sich mit ihrer Einstellung die Eiszeiten verdient.“

Wo siehst Du noch Potential für die Zukunft?
„Zuerst muss jedem von uns klar sein: Die Saison ist bereits Geschichte. So erfolgreich sie auch gelaufen ist, sie ist vorbei und sie hat keine Bedeutung mehr für die kommende Spielzeit. Wir dürfen uns also nicht auf den Erfolgen ausruhen. Die harte Arbeit geht wieder los. Wir treffen uns wieder zum Trainingsauftakt im Sommer, genauso wie im vergangenen Jahr. Natürlich wird es ein paar Veränderungen geben. Das ist im Eishockey völlig normal. Es liegt an uns die Gewinner-Mentalität zu behalten. Aber es wird keine leichte Aufgabe.“

Was machst Du die nächsten Monate?
„Ich werde jetzt einmal für drei bis vier Wochen in meine Heimat nach Kanada fliegen. Ziel ist es zu entspannen, aber gleichzeitig auch Vorbereitungen für die nächste Saison zu treffen. Sobald ich zurück in Wien bin, gehen die Planungen voll los. Ich freue mich schon.“


passende Links:

Erste Bank Eishockey Liga


Quelle:red/PM