1
 
0

HCB vs.HCI

3
 
2

DEC vs.BWL

3
 
1

ZNO vs.VSV

6
 
3

MZA vs.RBS

3
 
2

G99 vs.VIC

6
 
2

BWL vs.HCI

4
 
1

DEC vs.HCB

1
 
7

AVS vs.KAC

0
 
0

KAC vs.HCB

0
 
0

MZA vs.BWL

0
 
0

VSV vs.DEC

0
 
0

HCI vs.KAC

0
 
0

HCB vs.G99

0
 
0

BWL vs.VIC

0
 
0

AVS vs.MZA

0
 
0

RBS vs.ZNO

 Reinhard Eisenbauer/eisenbauer.com

Aktion: Wir fordern weniger Legionäre!



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Freitag, 10.Februar 2006 - 0:09 - Thomas Koch, Daniel Welser, Michael Grabner, Rafael Rotter, Andreas Nödl - sie alle sind mehr oder weniger das Produkt einer Zeit, in der es in der österreichischen Bundesliga maximal 5 Legionäre gab. Namen, die derzeit International für Aufsehen sorgen und das rot-weiß-rote Eishockey positiv repräsentieren. Damit ist aber bald Schluss, denn der Nachwuchs bekommt keine Chance mehr!7 Legionäre wird es nach derzeitigem Stand in der kommenden Saison in der Erste Bank Eishockey Liga geben. 7 Legionäre, das sind knapp 2 komplette Blöcke. 7 Legionäre, das sind 2 komplette Unterzahlblöcke, fast 2 komplette Power Play Units.



Derzeit sind in der Erste Bank Eishockey Liga 37 Legionäre im Einsatz Salzburg und Graz je 6, Rest je 5) - in der kommenden Saison wird diese Anzahl um 12 Legiönäre erhöht. Das sind um 32% mehr Legionäre!



Was bedeutet das für die Erste Bank Eishockey Liga? Einen Qualitätsschub? Mehr Zuschauer? Günstigere Kader? Eine noch spannendere Meisterschaft? Über kurz oder lang wird auch eine Erhöhung der Legionärszahl an den Kräfteverhältnissen in der Liga rein gar nichts ändern. Ob die Qualität weiter steigt merken im besten Fall ein paar Hundert wirkliche Eishockeyfachleute und und die Kaderkosten hat man schon jetzt selbst in der Hand.



Falsches Vorbild DEL!
Die DEL gehört zu den besten Ligen Europas und wird auch von Österreichs Eishockeyliga oft als Vorbild hergenommen. In der Profiliga ist vieles anders, einiges besser, aber nicht alles Gold, was im TV so strahlt. Vor allem die hohe Anzahl an Legionären ist seit Jahren ein Punkt, der in Deutschland für Kritik sorgt. Es fehlen die Identifikationsfiguren für die Fans und durch die vielen Legionäre in der Liga ist der eigene Eishocke Nachwuchs ins Stocken geraten. Nun hat man in Deutschland aber zumindest einen Unterbau unter der höchsten Spielklasse, in dem auf höherem Niveau gespielt wird. Dass man trotzdem Probleme hat beweist der Abstieg in die internationale Zweitklassigkeit im vergangenen Jahr und das Testspiel gegen Österreich. Man darf solche Partien mit Sicherheit nicht überbewerten, aber eines war offensichtlich: diese Spieler müssen in ihren Teams keine Führungsaufgaben verrichten. Hier konnte keiner ein Spiel an sich reißen.



Droht das nun auch in Österreich? Als man die Bundesliga neu gründete wurden plötzlich die Jungen gefordert, denn es gab nur maximal 2, 3, 4 oder später 5 Legionäre. Kein Wunder, dass genau in dieser Zeit die kommenden Führungsspieler im Nationalteam heranreiften. Ein Thomas Koch kam beim KAC deswegen so viel in spielentscheidenden Szenen zum Einsatz, weil man einfach weniger Ausländer zur Verfügung hatte. Was er daraus gemacht hat? In Salzburg hat er es bewiesen. Ebenso ein Daniel Welser, ebenfalls vom KAC. Oder Michael Grabner vom VSV, der ebenfalls durch die geringere Leginärsanzahl in jungen Jahren Bundesligaluft schnuppern konnte und jetzt in Nordamerika für Furore sorgt. Diese Liste kann man fortführen. Nur wenn die jungen Österreicher auch zu Eiszeit kommen und sich während einer Meisterschaft weiterentwickeln können, hat das Österreichische Eishockey eine Zukunft!



Eine funktionierende Liga ist da nur Begleiterscheinung, denn die Liga würde auch mit Mannschaften aus 23 Legionären irgendwie funktionieren. Österreichs Eishockey ist in bereits die Zweitklassigkeit abgestiegen, die traditionellen Nachwuchshochburgen KAC und VSV haben plötzlich Probleme, dass von hinten keine jungen Spieler mehr aufrücken. Der eigene Nachwuchs in Wien, Linz, Salzburg, Innsbruck fristet seit Jahren ein Mauerblümchendasein.



Dabei wäre so viel Potential vorhanden! Was damit geamcht wird, sieht man in Salzburg: Spieler wie Auer, vor wenigen Jahren am Sprung ins fixe Nationalteamleibchen, sind nun nur noch in der dritten, vierten Linie zu finden. Special Teams? Das machen die verlässlichen Legionäre!



Aktion: Wir fordern weniger Legionäre!
Auch wenn uns von den Vereinen immer wieder die Wichtigkeit der Sponsoren eingebläut wird, in Wirklichkeit gibt es in dieser Erste Bank Eishockey Liga nur einen Arbeitgeber: den Fan! Die Zuschauer sind es, die den Großteils des Budgets bereitstellen. Ohne Zuschauer kein Geld, keine Sponsoren, keine Vereine, keine Liga.



Viele persönliche Gespräche, diverse Diskussionen im Eishockeyforum und auch Umfragen haben eines gezeigt: der Fan will eine Mannchaft, mit der er sich identifizieren kann. Und dazu will er nicht 7 oder noch mehr Legionäre. Meist sind es die "Local Heroes", mit denen man mitleidet, mitfieber und mit denen man sich freut. Legionäre kommen und gehen im Jahrestakt. Die Österreicher bleiben einem Verein oft jahrelang treu und gehören sozusagen "zur Familie".



Je mehr Österreicher in der Liga aktiv sind, umso besser ist das auch für das Nationalteam. Diese These hat sich in den letzten Jahren eindrucksvoll bewahrheitet und nur wenn man weiterhin jungen Talenten die Eiszeiten gibt und sie auch in verantwortungsvolle Spielpositionen stellt, wird Österreichs Eishockey dort fortsetzen können, wo man jetzt steht! Das ist das Ergebnis der restriktiven Legionärspolitik in den letzten 5 Jahren. Und wie erfolgreich man International da steht beweist ein Blick auf die Auslandsösterreicher: hier braucht man den Vergleich mit dem 10 mal größeren Deutschland keinesfalls zu scheuen.



Den Vereinen ist der eigene wirtschaftliche Erfolg verständlicher Weise am nächsten. Das Nationalteam ist Nebensache, manches Mal sogar lästig. Daher steigen auch seit der Neugründung der Liga die Legionärsplätze beständig an. Der ÖEHV steigt auf die Bremse, die Liga hält sich die Ohren zu.



Daher starten Hockeyfans.at und das Hockeyfans Magazin eine neue Aktion. Wir fordern wieder weniger Legionäre in der Erste Bank Eishockey Liga. 7 ist eindeutig zu viel. Die Leidtragenden sind zum Großteil die jungen Österreicher, die ihre Sporen in der dritten oder ohnehin schon selten eingesetzten vierten Linie verdienen. Sie werden aus den Kadern rutschen. Und wieder sind Talente vielleicht für immer verloren...



Es gibt viele Pro- und Contrapunkte, die man aufwerfen kann und Hockeyfans.at
wird das in den nächsten Wochen immer wieder machen. Wir werden uns mit diesen
Fragen beschäftigen. Anders als die Vereine der EBL fragen wir auch die Fans um
ihre Meinung. Auf der Hauptseite von HF.at gibt es eine neue Umfrage, wie viele
Legionäre die Fans für sinnvoll halten. Und im Forum kann man bereits über
die diversen Ansichten diskutieren (Eishockeyforum.com
). Immer wieder werden wir die Zwischenbilanzen auf HF.at veröffentlichen. Man
kann sich vielleicht die Ohren zu halten, aber die Augen verschließen wird man
nicht können!



Für Gesprächsstoff ist somit gesorgt und wir ersuchen um zahlreiche Teilnahme
sowohl am Voting als auch an den Diskussionen im Forum oder via Mailzuschriften
an kontakt@hockeyfans.at. Je mehr
Fans, Spieler, Funktionäre, Experten usw. sich hieran beteiligen, umso
fruchtbarer wird die Rückmeldung und auch die Repräsentativität sein. Also
mitmachen, mitreden, Meinungen kundtun. Wir fordern weniger Legionäre! Was sagt
Ihr dazu?

passende Links:

Erste Bank Eishockey Liga


Quelle: