2
 
5

DEC vs.VIC

3
 
2

AVS vs.G99

4
 
1

KAC vs.MZA

4
 
1

HCI vs.DEC

0
 
1

VIC vs.AVS

2
 
3

HCB vs.RBS

5
 
2

G99 vs.VSV

2
 
3

BWL vs.KAC

0
 
0

G99 vs.VIC

0
 
0

MZA vs.RBS

0
 
0

ZNO vs.VSV

0
 
0

VSV vs.AVS

0
 
0

RBS vs.G99

0
 
0

HCB vs.HCI

0
 
0

DEC vs.BWL

0
 
0

VIC vs.ZNO


Die beste WM aller Zeiten?



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Dienstag, 15.Mai 2001 - 18:09 - Juan-Antonio Samaranch pflegt die Olympischen Spiele mit dem Satz „Die besten aller Zeiten“ zu beenden.

IIHF-Präsident René Fasel wird das hier nicht tun. So müssen wir die Frage stellen: War die Weltmeisterschaft 2001 in Deutschland die Beste aller Zeiten?

Ja und Nein.

Ja, weil das Niveau so hoch war wie noch nie. Zwei Viertelfinal-Partien gingen in die Verlängerung, ein Halbfinal-Spiel ins Penalty-Schiessen und auch der Final in die Verlängerung.

Als die IIHF die A-Gruppe von 6 auf 8, später auf 10, 12 und schliesslich auf 16 Nationen aufstockte, wurde allseits eine Verwässerung des Niveaus befürchtet. Doch das ist nicht eingetroffen. Im Gegenteil: Die B-Nationen sind konkurrenzfähiger geworden, die A-WM ist so ausgeglichen wie nie zuvor.

Das Finale zwischen Tschechien und Finnland war die Krönung dieser WM – ein Spiel, das an Dramatik, Intensität, Tempo und spielerischer Klasse kaum zu überbieten war.

Diese Mischung aus taktischer Intelligenz und spielerischer Kreativität (trotz sehr gutem Defensivspiel gelang beiden Teams immer wieder ein Steilzuspiel auf die blaue Linie) ist kaum mehr zu überbieten. Nur noch Spieler mit einer kompletten Ausbildung im läuferischen, stocktechnischen und taktischen Bereich haben auf diesem Niveau eine Chance.

Nein, weil der A-WM mehr denn je die Superstars fehlen. Nicht nur, weil die meisten Stars noch immer in Nordamerika beschäftigt sind. Sondern auch, weil das Eishockey sich mehr denn je zum Mannschaftsport entwickelt hat. Es gibt weder Raum, noch Zeit und Sauerstoff für Soloeinlagen. Die Autobahn zum gegnerischen Tor ist zu, Fussballresultate wie das 3:2 im Finale sind heute häufiger als dreimal 6:5 wie in der Finalserie des Kanada Cup von 1987.

Wir werden wohl nie mehr so sehr von Einzelspielern dominiertes Eishockey erleben wie in der eben erwähnte Finalserie des Kanada-Cups von 1987 , als Wayne Gretzky und Mario Lemieux in der gleichen Linie stürmten und auf der Gegenseite der „Superblock“ mit Krutow, Larionow, Makarow, Fetisow und Kasatanow, der jahrelang auch die WM dominierte und es einmal sogar geschlossen ins All-Star-Team schaffte.

Das Fehlen der Superstars macht es schwieriger, die Eishockey-WM im TV-Markt zu verkaufen – heute wird jeder Sport in den elektronischen Medien über Superstars verkauft. Kein Wunder, bezahlte die schwedische TV-Station TV 3 den Learjet, um Mats Sundin fürs Halbfinale einzufliegen. Kostenpunkt: rund 80 000 Mark.

Ja, weil es eine grosse, wunderbare Party für das Deutsche Eishockey war – 7 277 Fans pro Spiel, der zweitbeste WM-Besuch aller Zeiten!

Wenn Eishockey in Deutschland erfolgreich ist, hilft das der gesamten Eishockey-Welt. Denn der Deutsche TV-Markt ist der wichtigste in Europa. Mit diesem Erfolg könnte es leichter fallen, bessere TV-Verträge für die WM zu bekommen und den politischen und wirtschaftlichen Status des Eishockeys in Deutschland zu verbessern.

Die Zukunft wird zeigen, ob das die letzte grosse Party auf der Eishockey-Titanic Deutschland war, bevor sie im Ozean der Misswirtschaft und politischen Intrigen versinkt oder ob dieser Erfolg hilft, die Schäden auf der Eishockey-Titanic Deutschland rechtzeitig zu reparieren.

Nein, weil die TV-Abdeckung dieser WM, des wichtigsten sportlichen Ereignisses des internationalen Eishockeys im öffentlich-rechtlichen TV viel zu gering war. Keine Übertragung des WM-Finales im öffentlich-rechtlichen TV in Österreich oder Deutschland , praktisch keine TV-Bilder westlich von Bratislawa und südlich von Kopenhagen. Nur TW1 war die rühmliche Ausnahme Eines der vordringlichsten Ziel der IIHF-Strategen muss die Rückkehr auf Eurosport, die bessere TV-Abdeckung sein. Das Finale zwischen Tschechien und Finnland wäre am TV unbezahlbare Werbung für das Eishockey gewesen.

Was können wir aus dieser WM im Hinblick auf das Olympische Eishockey-Turnier von 2002 lernen?

Diese WM hat eines gezeigt: Die europäische Eishockeyphilosophie ist die stärkste und erfolgreichste.

Die umfassende Ausbildung der europäischen Spieler ist klar besser als die nordamerikanische Grundschulung – kein Wunder, dominieren immer mehr europäische Spieler die NHL.

Die Tschechen, taktisch und spielerisch am besten ausgebildet, stellen in der NHL inzwischen am meisten Spieler aller europäischen Nationen (70).

Die Kanadier haben inzwischen gemerkt, dass auf internationalem Niveau nicht nur ein anderes Eishockey gespielt wird, sondern im Vergleich zur NHL schon fast eine andere Sportart. Sie hatten hier eine Mannschaft, die so gut wie nie mehr seit 1997 auf das internationale Eishockey ausgerichtet war. Keine Saurier mehr, sondern junge, schnelle und taktisch intelligente Spieler.

Der Verlust von Mike Peca, dem Leader auf und neben dem Eis hatte wahrscheinlich auf diese jüngste kanadische WM-Auswahl aller Zeiten einen entscheidenden Einfluss.

Dieses Umdenken hat den Kanadiern hier noch nicht geholfen, sie blieben schon im Viertelfinale auf der Strecke. Aber 2002 in Salt Lake City könnte es sich auszahlen.

passende Links:

nhl.com