2
 
5

DEC vs.VIC

3
 
2

AVS vs.G99

4
 
1

KAC vs.MZA

4
 
1

HCI vs.DEC

0
 
1

VIC vs.AVS

2
 
3

HCB vs.RBS

5
 
2

G99 vs.VSV

2
 
3

BWL vs.KAC

0
 
0

G99 vs.VIC

0
 
0

MZA vs.RBS

0
 
0

ZNO vs.VSV

0
 
0

VSV vs.AVS

0
 
0

RBS vs.G99

0
 
0

HCB vs.HCI

0
 
0

DEC vs.BWL

0
 
0

VIC vs.ZNO


Lettische Kühle siegt über japanischen Kampfgeist



Teilen auf facebook


Sonntag, 06.Mai 2001 - 12:43 - In der trotz mehrerer hundert verschenkter Freikarten wieder nur gut halb gefüllten ARENA trafen am Samstag abend die tapferen, munter aufspielenden Japaner auf die lustlos wirkende Mannschaft Lettlands. „Es ist schwer, sich gegen einen Gegner wie Japan motivieren zu können“, machte Verteidiger Sandis Ozolins aus seinem Herzen keine Mördergrube. Trotz einer mässigen Leistung kam Lettland dabei zu einem standesgemässen 8-2 Sieg und setzte sich damit vor dem letzten Spieltag der Abstiegsrunde an die Spitze der Tabelle. Zu Beginn des Spiels hatte es nicht danach ausgesehen: die Letten boten im ersten Drittel eine Leistung wie in einem Freundschaftsspiel. Wie immer waren die neutralen Fans in Nürnberg auf seiten der sportlichen Underdogs aus Asien, während rund 300 Fans aus dem Baltikum in dunkelvioletten Trikots ihr Teams unterstützten.

Überraschenderweise stand bei Japan anstelle der etatmässigen Nummer eins Jiro Nihei Shinichi Iwasaki zwischen den Pfosten. Der erste ernsthafte Angriff der Letten führte in der 8. Minute zum 1-0. Kapitän Harijs Vitolins passte die Scheibe quer auf die linke Seite und Leonids Tambijevs beförderte die Scheibe ins kurze Eck. Nicht unhaltbar für Iwasaki und unglücklich für Japan.

Aber wie schnell es im Eishockey gehen kann, zeigten beide Teams. Bully im Mittelkreis und Shin Yakata schnappte sich die Scheibe. Unbeeindruckt von den lettischen Abwehrspielern kam er über die rechte Seite vors Tor und schob Irbe die Scheibe durch die Beine. Auch hier machte der Torwart keine allzu glückliche Figur.

Danach bekamen die 4223 Zuschauer viel Leerlauf zu sehen, was aber nicht an den Japanern, sondern an der Ideenlosigkeit ihrer Gegner lag. Japan war so ohne Probleme ebenbürtig und hätte nach einer Chance durch Uchiyama und Fujita sogar in Führung gehen können.

Die Kabinenansprache von Coach Haralds Vasiljevs schien die Letten aufgeweckt zu haben. Innerhalb von 62 Sekunden schossen NHL-Legionär Sergejs Zoltoks und Alexandrs Semjonovs die Letten 3-1 in Führung. Japans Coach Tsujiura nahm daraufhin eine Auszeit um seine Mannschaft wieder etwas zu beruhigen. Eine Massnahme mit Erfolg, aber die Letten schalteten mit der Führung im Rücken sofort wieder einige Gänge zurück.

Nach knapp einer halben Stunde wurde es wieder spannend. In der Sekunde, in der Kaspars Astasenko nach einer Bankstrafe auf das Eis zurückkehrte, schlug Japan zu. Schuss von der rechten Seite von Akihito Isojima, den Irbe nach vorne anstatt zur Seite abprallen liess. Das Geschenk verwandelte Makoto Kawahira nach 29:44 Minuten cool zum Anschlusstor.

Aber wie schon in Durchgang eins bekamen die Zuschauer erneut einen klassischen Doppelschlag zu sehen: 14 Sekunden später stellte Semjonovs den alten Abstand wieder her. Seinen Schuss konnte Iwasaki nicht rechtzeitig sehen, Freund und Feind hatten ihm die Sicht versperrt. Trotz des herausgeschossenen Zwei-Tore-Vorsprungs ein weiterhin wenig Glanz verbreitender Auftritt der mit hohen Erwartungen in das Turnier gestarteten Letten.

Im letzten Abschnitt spielte Zoltoks seiner ganzen Routine aus und erhöhte auf 5-2. Sein genialer Rückhandschuss ins kurze Eck überraschte Iwasaki. Nach 41:38 war damit die endgültige Entscheidung gefallen, war der japanische Widerstand gebrochen. Ohne grosse Mühe kamen die Letten so zu weiteren Toren. „Wir waren am Ende einfach müde. Und wer müde ist, macht Fehler. So einfach ist das“, befand Daniel Daikawa, Japaner mit amerikanischem Vater.

Eine Vorlage von der rechten Seite von Sandis Ozolins nahm Verteidiger Karlis Skrastins frei vor dem japanischen Tor dankbar an verlud Iwasaki. Wenig später umkurvte Sergei Zoltoks den unglücklichen Schlussmann erneut und netzte zum dritten Mal an diesem Abend ein. Den Schlusspunkt zum 8-2 setzte 34 Sekunden vor Ende der Partie Karlis Skrastins mit einem plazierten Schuss ins japanische Netz.

Der Sieg mit sechs Toren Unterschied könnte am Ende ausschlaggebend für den Klassenerhalt sein. Weissrussland wird am Montag nachmittag alles versuchen müssen, Japan so hoch wie möglich zu schlagen. Dennoch hat Lettland danach im Spiel gegen Norwegen alle Trümpfe in der Hand, die weitere Zugehörigkeit zum A-Pool aus eigener Kraft zu bewerkstelligen.