Reinhard Eisenbauer/eisenbauer.com

Aus der Nationalliga wird die Inter-National-League



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Samstag, 14.Juli 2012 - 17:03 - Das Bestreben des Österreichischen Eishockeyverbandes, eine zweithöchste Liga auf semiprofessionellem Niveau in Österreich zu halten, trägt schlussendlich doch Früchte. Am Samstag wurde bei der Gründungssitzung mit dem slowenischen Verband die „Inter-National-League“ (INL) gegründet.

Der Österreichische Eishockeyverband hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die noch übrig gebliebenen vier Vereine aus der letzten Saison der Nationalliga ihre Meinung doch noch ändern
werden. Nachdem der EHC Bregenzerwald stets seine Teilnahme bekräftigte, ruderten die VEU Feldkirch, der EHC Lustenau und der EK Zell am See zurück und bestätigten ihr Antreten in einer gemeinsamen Liga mit slowenischen Klubs.

Am Samstag wurde in Villach in Anwesenheit von Präsident Dr. Dieter Kalt, Vizepräsident und Wettspielreferent Peter Schramm sowie den slowenischen Verbandsvertretern, Generalsekretär Dejan Kontrec und dem Technischen Direktor Bogdan Jakopic, gemeinsam mit den sieben teilnehmenden Vereinen die „Inter-National-League“ (INL) ins Leben gerufen. Neben den vier österreichischen Klubs nehmen noch HK Jesenice, Slavija Ljubljana und Triglav Kranj an der neu gegründeten Liga teil.

„Wir befinden uns definitiv in einer schwierigen Situation. Sieben der elf österreichischen Mannschaften aus dem letzten Jahr sind aus verschiedenen Gründen nicht mehr dabei. Wir wollen mit der neuen Meisterschaft eine Planungssicherheit für drei bis fünf Jahre und einen sportlich attraktiven Rahmen schaffen. Zwischen acht und zehn Teams sollen in weiterer Folge mitmachen“, erklärt Wettspielreferent Schramm.

Präsident Dr. Dieter Kalt zeigte sich mit dem Ausgang der Sitzung sehr zufrieden und hoch erfreut, blickt hinsichtlich der neu geschaffenen Liga sehr positiv in die Zukunft des österreichischen Eishockeys und hofft diesbezüglich auf eine langfristige Lösung: „Wir haben hier einen richtigen
Schritt getan, der zweithöchsten österreichischen Liga wieder neue Impulse zu geben. Wir hoffen, dass sich in den nächsten Jahren noch mehr Klubs dazu entschließen, dieser Liga beizutreten.“ Über den Austragungsmodus der Meisterschaft wurde folgende Übereinstimmung getroffen, um die Reisekosten so gering wie möglich zu halten, aber dennoch einen ausgewogenen Grunddurchgang zu haben: Insgesamt wird eine dreifache Hin- und Rückrunde (sechs Runden mit insgesamt 36 Spielen pro Verein) im Grunddurchgang gespielt, wobei jedes zweite Wochenende als sogenanntes „Doppelwochenende“ gespielt wird. Anschließend werden jeweils in einer „Best of Five“-Serie das Halbfinale und das Endspiel bestritten.

Meisterschaftsstart wird der 15. September 2012 sein, das letzte Spiel im Grunddurchgang findet am 2. März 2013 statt. Das alles entscheidende fünfte Finalspiel um den neuen Champion würde auf den 2. April 2013 fallen.

Auch für Ligasprecher Christian Gross ist die Saison 2012/13 eine große Chance: „In der Erste Bank Eishockey Liga gibt es mit der U20-Liga einen Neustart. Hier ist eine Reduzierung der Altersgrenze in den nächsten Jahren eine mögliche Variante. Dies würde österreichischen Vereinen wieder eine Teilnahme an der Nationalliga ermöglichen. Diesen Weg müssen wir nun alle gemeinsam gehen.“

Die Punktevergabe wurde, wie bereits in der Vergangenheit, mit der „Drei-Punkte-Regel“ festgesetzt, das bedeutet, dass der Sieger nach regulärer Spielzeit drei Punkte erhält, der Sieger nach einer fünfminütigen Verlängerung oder dem Penaltyschießen erhält zwei, der Verlierer noch einen.

In der Frage der Transferkartenspieler wurde für die kommende Saison festgehalten, dass jeder Verein zwei Transferkartenspieler Jahrgang 1990 und jünger sowie zwei ältere Spieler einsetzen darf. Gleichzeitig wurde bereits vereinbart, dass zukünftig die Transferkartenspieler in Richtung zwei reduziert werden sollen und die Liga insgesamt gesehen auch „jünger“ werden sollte. Das Wechseln einheimischer Spieler ist unter der Saison erlaubt, aber nur wenn beide betreffenden Mannschaften damit einverstanden sind. Transferkartenspieler dürfen innerhalb der Liga nicht den Klub unter der Saison wechseln. Des Weiteren sind drei Tauschvorgänge für Transferkartenspieler erlaubt und Transferschluss ist, wie International üblich, der 31. Jänner 2013.

Im Zuge der Sitzung wurde ein neues Logo beschlossen, welches mit Vertretern des ÖEHV, des Slowenischen Eishockeyverbandes HZS sowie den Vereinsvertretern bei der Auftaktpressekonferenz kurz vor Meisterschaftsstart in Salzburg präsentiert wird. Im Zuge der Pressekonferenz wird dann auch die mehrjährige Vereinbarung zur Ausrichtung dieser neu gegründeten Liga zwischen dem ÖEHV und dem HZS vor Ort unterzeichnet. Genauere Informationen diesbezüglich sowie eine Einladung hierzu folgen.