Reinhard Eisenbauer/eisenbauer.com

Österreich mit einem Bein abgestiegen



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Sonntag, 08.Mai 2005 - 14:55 - Das Team Austria steuert zielstrebig auf die B-Gruppe zu! In der Relegation lag Österreich gegen Dänemark bereits mit 3:1 in Front, schaffte es aber nicht, diesen Vorsprung zu sichern bzw. auszubauen und musste sich am Ende kläglich mit 3:4 geschlagen geben. Nun hat man es nicht einmal mehr selbst in der Hand, den Klassenerhalt zu sichern.So nicht! Das sollten wohl die gellenden Pfiffe für das Team Austria aussagen, mit denen die Österreicher nach dem zweiten Spiel der Relegation in die Kabine geschickt wurden. Vorangegangen waren 60 Minuten der Grausamkeiten und eine Niederlage, die nicht nötig gewesen wäre.



Die Österreicher starteten mit einem schweren Fehler in diese Partie. Nach 50 Sekunden wurde ihnen zwar bereits das erste Power Play zugesprochen, doch anstatt sich selbst in Führung zu schießen, stand man derart schlecht, dass die Dänen einen weiten Pass schlagen konnten und Frans Nielsen auf und davon war. Im Alleingang ließ er Brückler zwischen die Schoner hindurch keine Chance und es stand nach diesem Shorthander 0:1.



Das Team von Trainer Pöck brauchte fast fünf Minuten, um sich von diesem Rückschlag zu erholen. Erst ein Geschenk des dänischen Schlussmannes Hirsch brachte sie zurück ins Spiel. Philippe Lakos schlenzte die Scheibe in der 12. Minute ins Angriffsdrittel, diese schlitterte auf das dänische Tor zu und zur Überraschung aller zwischen den Schonern von Hirsch hindurch zum 1:1 ins Netz.



Mit diesem Präsent an die Gastgeber fanden die Österreicher plötzlich ins Spiel und wurden druckvoller. Die Führung lag in der Luft und fiel durch einen Doppelschlag binnen 33 Sekunden in der 19. Minuten doppelt positiv aus. Bei beiden Treffern war wieder Goalie Hirsch nicht unbeteiligt und der Däne wurde letzten Endes noch vor der ersten Pause durch Backup Madsen ersetzt.



Eine gute Entscheidung wie sich herausstellen sollte, denn Madsen musste kein einziges Mal mehr hinter sich greifen. Die Österreicher hatten alle Gründe, motiviert und voll Selbstvertrauen ins Mitteldrittel zu gehen. Stattdessen präsentierte man sich zurückhaltend und überaus passiv. Die Dänen wurden dadurch immer stärker und kamen in der 33. Minute zum 2:3 Anschlusstreffer. Brückler hatte die Scheibe in seine Ausrüstung bekommen, doch der Referee pfiff nicht ab, die Scheibe fiel wieder heraus und Grey staubte ab.



Damit nicht genug, gelang den Skandinaviern sogar noch der Ausgleich. Als Philippe Lakos gerade von einer seiner Strafzeiten zurückkam, fälschte Green einen Weitschuss unhaltbar ab und es stand 3:3 Unentschieden! Die Dänen hatten damit die Partie gedreht, denn die Österreicher waren nun völlig von der Rolle.



Das setzte sich auch im letzten Abschnitt fort und der Gipfel war schließlich das völlig überflüssige 3:4 im Power Play durch Nielsen. Das war auch der Endstand, denn die Österreicher brachten keine Scheibe mehr unter und mussten somit abermals eine Niederlage bei dieser Heim WM einstecken.



Fazit:
Es war nicht die Niederlage selbst, die so erschreckend ist, sondern wie sie zustande gekommen ist und wie man damit umgeht im Team Austria. Ausreden hatte man nach der Partie zur Genüge bereit - sei es der zu große Druck der Heim WM, die Ausfälle usw. Selbstkritik scheint dem Team Austria in diesem Jahr fern zu liegen.



Dabe gäbe es zahlreiche Ansatzpunkte für Kritik. Wenn eine Mannschaft nach einer 3:1 Führung derart passiv in ein Drittel geht, dann liegt es auch am Trainerstab, das Team aufzuwecken. Körperlich waren die Österreicher einmal mehr kaum präsent und nahmen die Zweikämpfe zu wenig an.



Vor wenigen Wochen hatte das Team Austria noch vom Viertelfinale geträumt, jetzt kann es aus eigener Kraft den Klassenerhalt gar nicht mehr schaffen! Nur noch zwei Siege des Team Germany und ein Abschlusserfolg gegen Slowenien könnte den Österreichern im letzten Moment doch noch den Verbleib in der Weltgruppe sichern.



So wie sich das Team von Trainer Pöck an diesem Sonntag Mittag präsentiert hat, ist man aber von einer A-Tauglichkeit weit entfernt. Auch wenn es einige Herren im Team noch immer nicht verstanden haben...




Dänemark - Österreich 4:3 (1:3, 2:0, 1:0)
01:20 1:0 SH1 Nielsen Frans Regin Peter)
11:05 1:1 Lakos Philippe Ulrich Martin)
18:06 1:2 PP1 Unterluggauer Gerhard Ulrich Martin Kalt Dieter)
18:39 1:3 Lukas Robert Lakos Philippe Kaspitz Roland)
32:02 2:3 Grey Mike Smidt Michael)
36:03 3:3 Morten Green.html'>Green Morten Damgaard Jesper)
47:41 4:3 PP1 Nielsen Frans Akesson Frederik Regin Peter)
Schüsse: 22:30
Strafen: 12:12


Quelle: