3
 
2

DEC vs.BWL

3
 
1

ZNO vs.VSV

6
 
3

MZA vs.RBS

3
 
2

G99 vs.VIC

6
 
2

BWL vs.HCI

4
 
1

DEC vs.HCB

1
 
7

AVS vs.KAC

3
 
4

BWL vs.VIC

0
 
0

G99 vs.DEC

0
 
0

VSV vs.AVS

0
 
0

MZA vs.BWL

0
 
0

VSV vs.DEC

0
 
0

HCI vs.KAC

0
 
0

HCB vs.G99

0
 
0

AVS vs.MZA

0
 
0

RBS vs.ZNO


Über Reife, Kraft, Routine und warum die WM doch perfekte Werbung war



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Dienstag, 04.Mai 2004 - 11:14 - Aus und vorbei! Die Eishockey WM 2004 in Tschechien wird ab sofort ohne das Team Austria über die Bühne gehen. Die Österreicher sorgten in der Vorrunde für Furore, die Zwischenrunde missglückte wieder einmal völlig. Grund zum Jubeln oder ist doch Kritik angebracht? Hockeyfans.at resümiert über den WM Auftritt der Nationalmannschaft.

"Wenn wir Lettland nicht schlagen, dann haben wir das Viertelfinale nicht verdient!" - Worte, die Teamchef Herbert Pöck vor dem entscheidenden Spiel um den Einzug in die Runde der letzten Acht an die Presse richtete. Das Team Austria hat das Viertelfinale also nicht verdient. Nach einer sensationellen Vorrunde stellt sich die Frage nach dem Warum!



Cleverness, Kraft, Routine und Ausdauer - diese Eigenschaften waren es letzten Endes, die für den Einzug der Österreicher ins Viertelfinale fehlten. In der Vorrunde, als die Mannschaft noch frisch war, gab es keinen Gegner, der nicht schlagbar gewesen wäre. Gegen Kanada zeigte man das Potential, das in dieser Mannschaft steckt, gegen die Schweiz bestätigte man diese Leistung zumindest zwei Drittel lang. Dennoch war schon in diesen beiden Spielen zu erkennen, dass es dem Team noch an Erfahrung fehlt. Schon nach der Vorrunde wäre mehr drin gewesen, doch das Erreichte war schon sensationell genug.



Das Viertelfinale war auch in der Zwischenrunde immer in greifbarer Nähe - eine positive Entwicklung gegenüber der letzten Jahre, als von vornherein klar war, dass man unter den Top Nationen nichts zu suchen hat. Gegen Tschechien wehrte man sich 60 Minuten mehr als ehrenhaft und das Team schien dort weiterzumachen, wo man in der Vorrunde aufgehört hatte.



Doch genau in den entscheidenden Partien gegen Deutschland und Lettland hatte man den Eindruck, als ob die Österreicher Angst vor der eigenen Courage hatten. In diesen beiden Spielen wurden wieder viele Fehler, die schon aus früheren Zeiten bekannt sind, gemacht. Der Respekt, den man gegen die ganz Grossen nicht hatte, war genau gegen die vermeintlich schlagbaren Mannschaften zu gross, man konnte sich nicht mehr steigern und wirkte in den Entscheidungsspielen leer.



Betrachtet man die Zwischenrunde losgelöst von den ersten Spielen, könnte man enttäuscht von der Leistung des Team Austria sein. Dennoch ist Enttäuschung nicht angebracht, da man diese WM unter anderen Gesichtspunkten sehen muss.



Ein Platz Viertelfinale ist für Österreich wohl mehr Wunsch als Realität!
Diese Prognose wagte Hockeyfans.at in einem Gastkommentar für unsere Partnerseite Hockeyfans.ch vor dem Beginn der Weltmeisterschaft. Knapp zwei Wochen später muss man sagen, dass der Wunsch knapp vor der Erfüllung war, am Ende aber doch mehr gefehlt hat, als man nach der Zwischenrunde erwartet hätte.



Nicht einmal 25 Jahre alt war das Team Austria im Schnitt bei dieser WM in Tschechien, die man nun auf Rang 11 beenden wird. Es war das jüngste Team der WM und gleichzeitig die jüngste Mannschaft, die für Österreich je ins WM Feuer geschickt wurde. Genau das war auch der grosse Vorteil des Teams in der Vorrunde: null Respekt, erfrischendes Spiel und Kaltschnäuzigkeit zeichneten die rot-weiss-roten Spieler aus. Nicht umsonst wurde man zum am meisten weiterentwickelte Team gegenüber dem Vorjahr gekürt.



Österreich war bei dieser WM sicherlich die positive Überraschung des gesamten Turniers. Insgesamt kann man mit der gezeigten Leistung zufrieden sein, wenngleich man beim WM Team sicherlich auch die Kritik hören muss. Noch war man nicht reif genug, um bei dieser WM über zwei Wochen in einem Turnier zu bestehen. Man muss lernen, in einem langen Turnier die Kräfte einzuteilen und in manchen Phasen auch Schonung vorgehen zu lassen.



Dennoch hat dieses Team Austria eine sehr positive Zukunft vor sich. Der eingeschlagene Weg hat sich als richtig erwiesen und mit dem Grundstock dieses Teams kann man auch in den nächsten Jahren einiges Erreichen. Ob die Heim WM 2005 für höhere Ziele für ein derart junges Team nicht zu früh kommt, kann erst in 12 Monaten beantwortet werden. Dann wird der Druck noch grösser sein und die werden sich Spieler erneut beweisen können.



Der grosse Vorteil: die Mannschaft wird ein Jahr älter sein, an Reife und Erfahrung gewonnen haben und vielleicht den einen oder anderen verletzten Spieler zusätzlich einsetzen können. Dazwischen steht aber in der Erste Bank Eishockey Liga eine anstrengende Saison bevor, weshalb ÖEHV Präsident Dieter Kalt schon mahnend und bittend an die Vereine appellierte. 56 Runden plus Play Offs werden auch vor der Heim WM an den Kräften der Nationalspieler zehren.



Werbung für Eishockey
Eines war diese WM aus Österreichischer Sicht aber mit bestimmt: Werbung für das rot-weiss-rote Eishockey! Die Sportart boomt wie selten zuvor, die beiden höchsten Ligen verzeichnen immer weiter steigende Zuschauerzahlen. Nun hat auch das Nationalteam nachgelegt und mit seiner Leistung das Medieninteresse weiter gesteigert. Auch wenn das Hauptprogramm ORF1 erst bei den beiden Niederlagen in die Live Berichterstattung eingestiegen ist, man hat neue Interessenten erreicht.



Gerade im Hinblick auf die WM in Wien und Innsbruck ab 30. April 2005 ist es wichtig, dass dieser positive Trend auch in nächster Zukunft fortgeführt wird. Es ist auch absehbar, dass das Medieninteresse weiter konstant hoch bleibt. Am 12. Mai wird die Auslosung zur Heim WM Live im ORF übertragen, der ORF wird weiterhin über die Erste Bank Eishockey Liga berichten und auch die regionalen Medien behandeln Eishockey jedes Jahr um ein Stück intensiver.



In diesem Sinne kann man die gezeigte Leistung des Nationalteams in Prag nicht hoch genug einschätzen. Im Eishockey hat Österreich unter Beweis gestellt, dass man dicht dran ist an der Weltelite und dies vor allem mit jungen einheimischen Spielern geschafft hat. In diesem Bereich ist Eishockey anderen, medial besser abgedeckter Sportarten weit voraus. Es wird Zeit, dass dies eine noch breitere Öffentlichkeit mitbekommt!

passende Links:

hockeyfans.ch