4
 
3

DEC vs.KAC

5
 
3

VIC vs.HCI

2
 
5

KAC vs.VIC

3
 
4

HCB vs.VSV

7
 
5

G99 vs.MZA

8
 
3

BWL vs.ZNO

5
 
3

DEC vs.RBS

2
 
4

AVS vs.HCI

0
 
0

G99 vs.KAC

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0

HCI vs.RBS

0
 
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ZNO vs.HCB

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ZNO vs.AVS

0
 
0

RBS vs.BWL

0
 
0

KAC vs.DEC

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VIC vs.HCB

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HCI vs.G99

09-10-ebehl-bwl-kac1-puck1.250.jpg BWL/Eisenbauer

Der amerikanische Traum zum zweiten Mal in Graz: Janine Weber



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Donnerstag, 13.April 2017 - 16:48 - Jeder, der einen Platz in der österreichischen Sportgeschichte hat, gilt zurecht als Attraktion. Also hat auch die Frauen-WM von 15. bis 21. April in Graz eine: Jasmin Weber, die erste professionelle österreichische Eishockeyspielerin. Seit dem 11. Juni 2015, als sie als erste Spielerin bei einem Klub in der neuen National Women‘s Hockey League einen Vertrag erhielt. Bei den New York Riveters. Seither lebt die Tirolerin ihren amerikanischen Traum. Den sie in dieser Form nie für möglich hielt, als alles begann. Voll cool.

Als achtjährige entstand in der Eislaufschule des HC Innsbruck ihre Liebe zum Eishockey. Sie ließ sich trotz kritischer Stimmen nicht davon abbringen. Das Zusammenspiel mit den männlichen Kollegen dauerte neun Jahre, das empfand sie als wichtige Erfahrung für ihr späteres Leben. Punkto nicht aufgeben und einiges wegstecken. Mit 17 debütierte sie bereits in Österreichs Nationalteam, ein Jahr später übersiedelte sie nach Wien zu Österreichs bestem Fraueneishockeyklub, den Sabres. Eine amerikanische Mitspielerin stellte für sie Kontakte zum Providence College in Boston her. Der erste Teil ihres amerikanischen Traums nahm Formen an. Einmal an einem College zu studieren und dort Eishockey spielen, das galt damals als ihr größter Wunsch. Den sie umsetzte. Sie absolvierte ihr „Urban Teaching“, sprich Pädagogik, ein Jahr unterrichtete sie Kinder mit Autismus. Im College Team machte sie die Boston Blades auf sich aufmerksam. Die holten sie im Olympiajahr 2014. Die Canadiens Women´s Hockey League bedeutete die Zwischenstation zur Profispielerin. Dort schlug ihre große Stunde. Am 7. März 2015 in Markham/Ontario beim Finale um den Clarkson Cup, verglichen bei den Herren mit dem Stanley Cup in der NHL. In der dritten Minute der Verlängerung traf sie für die Blades zum 3:2-Sieg gegen die Montreal Stars. Ein Highlight, das sich nicht steigern ließ, damit war ihr Name in der Frauen-Eishockeyszene bekannt.

Ihre Autogramme waren ebenso gefragt wie Selfies mit ihr. Neuland für sie, in Österreich nie erlebt. Die prestigeträchtige „Hall of Fame“ in Toronto wollte ihren Stock, mit dem sie das Tor zum Triumph erzielte. Eine Riesenehre. Aber sie hatte nur zwei. Der zweite war bereits angeknackst. Ein neuer kostete an die 300 Euro, viel Geld für sie. Aber sie willigte ein. Drei Monate später unterschrieb sie in New York. Was sie bis heute als „voll cool“ empfindet. Zwischen 15. und 30.000 Euro bewegt sich ein Jahresgehalt, man kriegt immer nur Verträge für ein Jahr: „Ganz davon leben kann man nicht“. Sie arbeitete als Coach in Eishockey-Camps und als Nanny. Das ist in New York ziemlich lukrativ.

Jetzt muss sie sich nicht sorgen, wenn sie neue Schuhe und Schläger braucht, wohnt in einer Wohngemeinschaft in Brooklyn. Zum Spielen und zum Training muss sie aber hinüber nach New Jersey durch den Lincoln-Tunnel. In der Trainingshalle des Prudential-Centers, der Heimstätte der New Jersey Devils, spielen die Riveters. Michael Grabner hat sie in New York noch nicht getroffen, da gibt´s keinen Kontakt. Aber im Madison Square Garden war sie bereits. Als Zuschauerin bei Spielen der Rangers und bei Konzerten. Seit Oktober hat Janine ihre Green Card, die dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Wohl auch wegen Eishockey. Letzte Saison nahm sie ja auch am All-Star-Game teil. Ihre Zukunft ist aber noch nicht geklärt. Hat nichts damit zu tun, dass die Riveters nach Platz zwei im Grunddurchgang mit 18 Spielen im Play-off am Dritten, an Buffalo, scheiterten. Vertragsgespräche gibt´s nach der Grazer WM. Aber die Tirolerin wird in Amerika bleiben. Der amerikanische Traum geht weiter.

Jetzt in Graz bei ihrer zweiten WM, die sie dort spielt. Platz vier wie beim ersten Mal 2009 würde ihr nicht genügen. „Wir holten in den letzten zwei Jahre eine Medaille. Die muss auch diesmal möglich sein. Wir haben uns in den vergangenen Jahren stetig verbessert.“ Die Qualifikation für Olympia, die in Japan so gar nicht nah Wunsch verlief, sieht sie als zusätzlichen Anreiz, es besser zu machen: „Auf Japan und Frankreich treffen wir in Graz ja wieder. Wenn es bei uns passt, ist die Revache möglich. An einem guten Tag sind auch die Japanerinnen zu bezwingen. Wir haben ja den Heimvorteil, der wichtig ist.“ Damit meint Weber: keine strapaziöse Anreise, das gewohnte Essen, hoffentlich viele Fans auf den Tribünen. Sie will ihren Teil dazu beitragen, wünscht sich vor allem eines: dass in Österreich der Frauensport einen ähnlichen Stellenwert bekommt wie in Amerika. Auch in den Medien.“ Die Weltmeisterschaft in Graz soll ein Schritt dazu sein.


Quelle:red/ÖEHV