4
 
2

BWL vs.KAC

2
 
0

VIC vs.MZA

2
 
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AVS vs.DEC

2
 
3

VSV vs.ZNO

2
 
3

VIC vs.DEC

3
 
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RBS vs.KAC

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4

HCB vs.BWL

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G99 vs.HCI

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DEC vs.VIC

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AVS vs.HCB

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DEC vs.VSV

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BWL vs.MZA

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HCI vs.VIC

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ZNO vs.G99

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KAC vs.RBS

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MZA vs.AVS

Goaliehelm von hinten Eisenbauer.com

Der Kampf um die Nummer 1 und die von den Männern kommt…



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Donnerstag, 13.April 2017 - 16:47 - Im Eishockey geht ohne einen Rückhalt im Tor gar nichts. Bei den Frauen gilt der Satz ebenso wie bei den Männern. Die Aufgaben sind ja in etwa gleich: Scharfe Schlagschüsse fangen oder mit dem Schläger beziehungsweise dem gut geschützten Körper abwehren.

Dazu schnelle und geschmeidige Bewegungen, eine gute Koordination zwischen Händen und Augen. Sonst ist die Torfrau chancenlos. Das wissen auch die zwei, die darum kämpfen, ab dem Startspiel gegen Norwegen am Ostersamstag die Nummer 1 bei der WM am Grazer Eis zu sein: Für die gebürtige Wienerin Theresa „Theri“ Hornich in Diensten der Kitzbühler Adler wird es bereits die neunte WM, zugleich die Erinnerung an ihre erste vor acht Jahren ebenfalls in Graz. Die vier Jahre jüngere Nicole Arnberger, dreimal Staatsmeister mit den Vienna Sabres, ist ihre Konkurrentin. Unter dem Konkurrenzkampf leidet nicht der freundschaftliche Kontakt. Das sieht man schon daran, dass sie gemeinsam zum Interview kommen. Denn beide wissen: Ein Team, das um den Aufstieg kämpft, eine Medaille will, braucht zwei Torfrauen, auf die Verlass ist.

Hornich nahm bereits mit zarten fünf Jahren erstmals den Eishockeyschläger in die Hand. Interessierte sich beim Publikumseislaufen am Wiener Heumarkt in Begleitung der Eltern weniger für das Rundenlaufen als für das Spiel der Buben auf der abgetrennten Eisfläche. Also wurde sie beim Wiener Eislöwen-Verein angemeldet, spielte gegen männliche Altersgenossen. Mit acht wechselte sie ins Tor, weil sie diese Ausrüstung viel cooler fand. Unvergessen ist ihr bis heute die Teilnahme am U13-Turnier in Quebec, Spiele vor 13.000 Zuschauern in einer Superatmosphäre. Mit 18 wechselte die heute 26jährige zu den Wiener Wölfen in die dritthöchste nationale Liga. Gewann zudem von 2010 bis 2013 mit den Sabres die österreichische Staatsmeisterschaft, zweimal die internationale EWHL. 2015 landete sie in der International League in Tirol beim EC „Die Adler“ Kitzbühel. Bewährte sich im Farmteam, das in der Tiroler Liga spielt. In dieser Saison kam sie aber auch schon in Österreichs zweithöchster Liga zum Einsatz. Spricht für ihre Qualitäten. Die größten Unterschiede zwischen Spielen bei Frauen und Männern sieht sie im Tempo.

Wenn sie spricht, hört man ihren Ehrgeiz heraus. In Wien studierte sie Sportwissenschaften und Psychologie, machte diverse Zusatzausbildungen wie etwa die zur Mentaltrainerin oder in Sachen Fitness-Athletik, seit fünf Jahren ist sie zudem A-Lizenz-Trainern. Sieben Berufe könnte sie derzeit ausüben, auch den als Trainingstherapeutin. Sehr gerne arbeitet sie in Tirol mit allen Nachwuchstorhütern, weil die Burschen und Mädchen fleißig und zielorientiert sind. Das kann man auch von ihrer Konkurrentin Nicole sagen. Wenn man beide auf Angst anspricht, kommt die gleiche Antwort: „Wer die in unserem Sport hat, der ist schon verloren. Man kann sich auf die Ausrüstung verlassen.“

Absolutes Vorbild für Hornich ist Kanadas Olympiasieger Corey Price von den Montreal Canadiens. Sie träumt von einem Profivertrag wie ihn die finnische Team-Torfrau Noora Räty seit 2009 bei den Minnesota Golden Gophers hat. Liebend gerne würde sie noch professioneller trainieren. In einer der Eishockey-Hochburgen in Nordamerika oder Skandinavien. Einer Torfrau gelang noch nicht der Sprung in die National Hockey League. 1992 versuchte es die Kanadiern Manon Rheaume, deren Bruder Pascal nach seiner NHL-Zeit zwei Jahrzehnte später bei den Vienna Capitals spielte. Manon Rheaume kam aber nicht über den Einsatz in einem Testspiel von Tampa Bay Lightning hinaus. Das wäre doch eine Herausforderung.

Ein Profivertrag ist etwas, das auch Arnberger, die aus dem Nachwuchszentrum Ost kommt, reizen würde. Vor vier Jahren bestand sie die Matura, seit damals studiert sie an der Uni Wien, ist mit 22 Bachelor der Sportwissenschaften. Absolvierte die Ausbildung zum Übungsleiter im Eishockeyverband. Gewann ebenfalls drei Meistertitel mit den Sabres. Wo es keinen Spezialtrainer für die Torfrauen gibt. Da übernimmt sie Übungen aus dem Programm beim Nationalteam von Trainer Michael Schmidt. Bei den Youth Olympics 2012 in Innsbruck, als Österreich sensationell Silber gewann, war Nicole übrigens Verteidigerin, danach kehrte sie aber ins Tor zurück. Auch sie arbeitet als Nachwuchstrainerin, auch sie hält viel von Finnlands Noora Räty, dazu von der Schweizern Florence Schelling, die seit 2015 mit Denise Altmann bei Linköping spielt. Bei den Männern taugt ihr der aufstrebende Matthew Murray vom Stanley Cup-Sieger Pittsburgh Penguins.

Theri und Nicole verbindet für Graz zwei Wünsche: Eine Medaille, ein Traum wäre es, schon den bis 2020 anvisierten Aufstieg in die Topdivision zu schaffen. Der zweite Wunsch: die Chance zu bekommen, mehr Zuschauern als bisher in Österreich ihr Können zu zeigen.



Quelle:red/ÖEHV