03.01.2015, Wörthersee Stadion, Klagenfurt, AUT, EBEL, EC KAC vs EC VSV, 40. Runde, im Bild das WinterClassic im Wörthersee Stadion // during the Erste Bank Icehockey League 40th round match betweeen EC KAC and EC VSV at the Woerthersee Stadion in Klagenfurt, Austria on 2015/01/03. EXPA Pictures © 2015, PhotoCredit: EXPA/ Gert Steinthaler EXPA/ Mag. Gert Steinthaler

VSV-Sieg beim Freiluftderby in Klagenfurt



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Samstag, 03.Januar 2014 - 19:22 - Seit dem 26.12.2013 hat der KAC kein Derby mehr gewonnen – das sollte sich auch im EBEL Winter Classic nicht ändern. Der VSV setzte sich auch zum vierten Mal in Serie gegen die Rotjacken durch und feierten einen 4:1 Sieg. Die Top 6 haben die Villacher damit abgesichert, der KAC kommt ihnen mit der vierten Pleite hintereinander weiterhin nicht näher.

Zum 306. Mal standen sich die beiden Kärntner Vereine zum traditionellen Derby gegenüber. Der KAC bat den VSV zum Duell, dieses Mal in außergewöhnlichem Ambiente, denn in Klagenfurt wurde unter freiem Himmel gespielt. Dabei überraschten die Adler vor 29.700 Fans schon zu Beginn, denn Trainer Järvenpää schickte Thomas Höneckl ins Tor, da Jean Philipp Lamoureux mit Magenproblemen nicht einsatzbereit war.

VSV startet effizient
Der Villacher Backup hatte aber zu Beginn nur eine Zuschauerrolle, denn sein VSV kam mit dem Selbstvertrauen von 9 Siegen in den letzten 11 Spielen aus den Kabinen und erwischte einen fast schon perfekten Start. Es war der Slowene Klemen Pretnar, der in der Anfangsphase als auffälligster Akteur die Akzente setzen. Der Verteidiger war es, der schon nach wenigen Sekunden den ersten Warnschuss abgab und auch in der 6. Minute nur hauchdünn an der Führung scheiterte. Da er die Scheibe selbst nicht im Tor unterbrachte griff Pretnar schließlich zum Pass und setzte Jason Krog ein. Dieser brachte die Scheibe zwar nicht unter Kontrolle, zwang diese dennoch über die Linie. Die frühe und auch verdiente Führung für die Gäste in diesem EBEL Winter Classic.

Und der VSV blieb weiterhin druckvoll, erhöhte in der 8. Minute sogar auf 2:0. Geoff Waugh hatte von der blauen Linie abgezogen, Johannes Reichel für den KAC unhaltbar abgefälscht. Die Rotjacken wirkten auch nach einem Time Out angeschlagen und waren immer um einen Schritt langsamer als ihre Kontrahenten aus Villach. Die Rotjacken hatten Probleme im Spielaufbau und kamen oft gar nicht aus dem eigenen Defensivdrittel, was zu weiteren Chancen der Villacher führte.

KAC sucht und findet Antwort
Erst in der Schlussphase schien sich das Spiel des Rekordmeisters zu festigen, Luke Pither schoss über das Tor, wenig später scheiterte er zwei Mal an Höneckl. Kurz vor dem Ende des Eröffnungsdrittels scheiterte Jamie Lundmark am Torgestänge und es ging mit dem 0:2 aus Klagenfurter Sicht in die Katakomben. Sofort nach Wiederbeginn jubelte Lundmark nach wenigen Sekunden, weil er glaubte, den Anschlusstreffer erzielt zu haben. Doch nach minutenlangem Videostudium wurde der Treffer wegen hohem Stock nicht gegeben und die Klagenfurter liefen diesem Rückstand weiter hinterher.

Dennoch war es ein Zeichen, dass die Rotjacken nun bereiter für dieses Spiel waren, was sich auch am Eis deutlich abzeichnete. Das Spiel war ausgeglichener, der KAC hatte jetzt sogar die besseren Möglichkeiten und arbeitete sich von Minute zu Minute näher an den Anschlusstreffer heran. Dieser wäre inzwischen höchst verdient gewesen, aber der VSV kämpfte beherzt und warf sich immer wieder mit einem Körperteil gegen die anrollenden Klagenfurter Torversuche. Aber die Rotjacken ließen sich nicht aufhalten, denn in der 34. Minute wurde der Bann doch gebrochen. Thomas Hundertpfund verwertete einen Abpraller im Power Play zum 1:2.

Das Match war wieder offen, aber die Villacher antworteten. Eine Minute vor dem Ende traf Brock McBride aus spitzem Winkel im Power Play zum 3:1 und stellte damit den Zweitorevorsprung wieder her. Mit diesem ging es auch in die Pause.

Ein Bohrer und die Folgen
Diese Pause dauerte dann länger als geplant, denn beim Anbohren der Torstangen passierte ein Malheur: es wurde eine der Kühlleitungen erwischt, sofort trat Kühlflüssigkeit aus und es gab eine kleine Überschwemmung. Technisch wurde das Problem zwar schnell gelöst, dennoch war eine über 50minütige Unterbrechung die Folge. Erinnerungen an das Freiluftderby 2010 wurden dadurch wach, damals stiegen VSV Spieler mit den Kufen auf frei liegende Verkabelungen...

Kurz vor 19 Uhr ging es endlich weiter und der KAC musste schnell wieder warm werden, wollte er dieses Match noch drehen. Es waren aber keine fünf Minuten gespielt, da gelang den Villachern die Vorentscheidung. Mike Siklenka griff daneben, Daniel Nageler war der Nutznießer und schoss zum 4:1 ein. „Hier regiert der VSV“ skandierten die vielen Fans aus Villach und sie hatten Recht. Die Klagenfurter Gastgeber waren wie gelähmt und hatten keine Ideen mehr.

Dazu kam auch noch ein bärenstark aufspielender VSV, der dem fünften Treffer näher war, als die Rotjacken der Ergebniskosmetik. Die Zeit lief ganz klar zu Gunsten der Gäste, die sich zunehmend auf die Defensive konzentrierten und die Räume vor Goalie Höneckl sehr eng machten. Das zwang den Rekordmeister zu noch mehr Risiko. Doug Mason nahm schon 3:47 Minuten vor dem Ende Torhüter Rene Swette vom Eis, aber trotzdem fehlten weiterhin die ganz großen Möglichkeiten.

Es blieb aber beim 4:1 für den VSV, der seinen zweiten Freiluftderby-Sieg feierte und nach 2010 erneut unter Kärntner Himmel siegreich blieb. Für die Adler geht es am Dienstag mit dem nächsten schweren Auswärtsgang weiter: die Draustädter müssen zu den Vienna Capitals, während der KAC zu Hause auf die Black Wings aus Linz trifft.

KAC – VSV 1:4 (0:2, 1:1, 0:1)
Tore: 0:1 Krog (6.), 0:2 Waugh (8.), 1:2 Hundertpfund (34./PP), 1:3 McBride (40./PP), 1:4 Nageler (45.).

passende Links:

Erste Bank Eishockey Liga
EC Villacher SV
EC Klagenfurter AC


Quelle:red/KF