Erste Liga: Play Off Time um den Meister Titel



Teilen auf facebook


Sonntag, 21.März 2004 - 20:54 - 48 Spiele hat jede Mannschaft in der Erste Bank Eishockey Liga hinter sich gebracht, um vier Halbfinalisten zu bestimmen. Seit Sonntag sind die Play Off Teilnehmer bekannt und die wohl spannendste Liga seit Jahren geht erwartungsfroh in die Play Offs! Hockeyfans.at wagt eine kleine Play Off Vorschau...

Die Play Offs - eine Phase in der Eishockeysaison, die eigene Gesetze hat. Nichts, was bislang in 56 Runden in der Erste Bank Eishockey Liga geschehen ist, hat jetzt noch Bedeutung. Ab sofort zählt nur mehr der Erfolg pro Spiel - kein Remis, nur mehr Siege zählen!



Play Offs, das ist für viele Eishockeyfans die schönste Zeit im Jahr, hier wird die Intentsität mit der Eishockey gespielt wird noch einmal um einiges in die Höhe geschraubt, der Körperkontakt wird härter, öfter und die Duelle noch intensiver.



Kaum zu glauben, aber die Bundesliga Saison 2003/04 soll ab sofort noch einmal getoppt werden. Ob das überhaupt möglich ist nach einer derart engen regulären Saison, in der so mancher Co-Favorit frühzeitig Federn lassen musste? Ein kleiner Vorgeschmack auf den Start in die Halbfinals am Dienstag soll der Hockeyfans.at Play Off Ausblick geben...




KAC (1) - Graz 99ers (4)
Saisonduelle: 5:3 Siege für KAC
Ergebnisse: 3:4, 5:4, 9:0, 1:2, 3:1, 3:2 nP, 1:4, 5:2



Der KAC war in der regulären Saison das Mass aller Dinge, siegte am Ende mit 10 Punkten Vorsprung und geht als klarer Meisterfavorit in die Play Offs. Daran dürfte auch der etwas unerwartete Gegner Graz im Halbfinale nichts ändern. Erst zuletzt konnten die Klagenfurter gegen die Grazer mit 5:2 gewinnen und sind zudem drei Spielen ohne Niederlage.
Gegen die Grazer hat man in acht Duellen drei Niederlagen einstecken müssen, eine davon zu Hause. Mit Freude wird man sich bei den Rotjacken auch noch an den 5. Dezember des Vorjahres erinnern - da gab es mit einem 9:0 den höchsten Saisonsieg überhaupt.



Die Stärke des KAC liegt ganz klar in der Ausgeglichenheit der Mannschaft. Kein anderes Team der Liga kann vier derart homomgene Linien aufs Eis schicken wie Trainer Siitarinen. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie die grossteils jungen Spieler mit dem Druck und der weiter erhöhten Verantwortung in den Play Offs umgehen können. Der KAC gilt nicht als Parade Beispiel für Play Off Steigerungen - ein weiterer Lichtblick für die Grazer.



Bei den Steirern läuft es derzeit absolut nicht nach Wunsch. Die Grazer mussten sich im Endspurt sogar Rang 3 noch wegnehmen lassen und treffen daher nicht auf Wunschgegner Linz, sondern auf den KAC. In der aktuellen Saison haben die Steirer aber mehrfach bewiesen, dass sie auch gegen die Rotjacken bestehen können. Dazu müssen sie aber zuerst ihre aktuelle Form verbessern: seit fünf Spielen gab es keinen Sieg mehr für die 99ers!



Anders als die Klagenfurter sind die Grazer stark von einzelnen Spielerpersönlichkeiten in ihren Team abhängig. Vor allem das Duo Norris/Jan ist das Um und Auf im Spiel der Steirer und wird entsprechend gut gedeckt werden vom KAC. Die Chance der Grazer besteht darin, eventuell in Spiel 1 eine Überraschung zu schaffen und damit den Klagenfurtern Druck zu machen.



Fazit: die Papierform spricht klar für den KAC. Ausgeglichener Kader, den besten Torhüter der Liga und zudem viele Waffen, die in der Offensive zuschlagen können. Dennoch: die Grazer haben auch in den Play Offs Aussenseiterchancen. Und diese hatten sie ja schon in der regulären Saison genützt.




Superfund BW Linz (2) - VSV (3)
Saisonduelle: 4:4 Siege
Ergebnisse: 2:3, 0:5, 1:6, 3:1, 3:1, 4:2, 2:1, 2:3



Es ist fast schon unheimlich, aber wieder einmal treffen die Black Wings und der VSV in den Play Offs aufeinander. Seit der Neugestaltung der Bundesliga gab es in bislang jeder Saison ein Duell zwischen diesen beiden Mannschaften. Zuletzt trafen die Black Wings und der VSV vor drei Jahren schon im Halbfinale aufeinander. Damals setzten sich die Adler klar durch. In den letzten beiden Jahren gab es die Duelle immer in den Finalspielen - ein Mal siegte der VSV, zuletzt die Linzer.



Egal wann diese beiden Teams gegeneinander spielen, es sind immer Duelle der besonderen Art. Auch in der laufenden Saison zeigte sich das: unabhängig von den Tabellensituationen der beiden Teams und den Trends in der Liga, am Ende hatten beide Mannschaften je 4 Siege gegeneinander am Konto und somit gibt es in dieser Serie keinen echten Favoriten.



Zu Beginn der Saison war der VSV klar besser als die Linzer, fügten den Linzern zwei hohen Niederlagen (5:0, 6:1) zu und führten im direkten Duell schon mit 3:0. Dann jedoch drehten die Oberösterreicher den Spiess um und gewannen vier Mal in Folge gegen den VSV. Im letzten Saisonduell siegten die Adler mit 3:2 - vielleicht der richtige Motivationsschub fürs Halbfinale?



Für den VSV spricht vor allem eines: er ist eine echte Play Off Mannschaft. Kein anderes Team der Liga vermag sich so zu steigern, wenn es um die Entscheidungen geht! Das wird man sich auch müssen, denn seit Trainer Barda in Linz wieder das Sagen hat, tun sich die Adler auch bedeutend schwerer gegen die Black Wings.



Für die Linzer spricht vor allem eines: sie haben den besseren Kader. Auch in ihren Reihen steckt noch grosses Verbesserungspotential und wenn sich die Linzer steigern können, wird es für den VSV schwer, sie aufzuhalten.



Viel wird in dieser Serie wieder auf die Torhüter ankommen. Vor allem Gert Prohaska wird sich in Spiel 1 auf einiges gefasst machen müssen und wird darauf hoffen, dass die Effizienz der Linzer Stürmer weiter zu hoffen übrig lässt.



In den letzten Jahren waren die Duelle zwischen Linz und dem VSV immer echte Klassiker mit viel Körpereinsatz, Toren und oftmals auch umstrittenen Szenen. Play Off Hockey wie man es sich besser nicht wünschen könnte - auch in dieser Saison werden sich die beiden Erzrivalen am Eis sicherlich nichts schenken.



Fazit: Kein Favorit auszumachen! Die Linzer haben den besseren Kader, die Villacher die bessere Mannschaft. Es wird darauf ankommen, wer sich mehr steigern kann und welche Leistungen man in der Defensive zeigt. Motivationsprobleme sollten beide Teams nicht haben - dazu ist die Rivalität zwischen diesen Mannschaften viel zu gross!



Play Off Time in Österreich und damit geht die Meisterschaft auch in der Bundesliga in die letzte und entscheidende Phase. Bislang konnte sich die Erste Bank Eishockey Liga sportlich sehr positiv in die Schlagzeilen setzen, nun geht es aber ans Eingemachte! Der Meister wird gesucht - und egal, wer von den vier Halbfinalisten am Ende den Meisterpokal in die Höhe stemmt, der grosse Sieger der Saison 2003/04 steht auch schon fest: Eishockey!



Titelfoto: Reinhard Eisenbauer)

passende Links:

Erste Bank Eishockey Liga