09-10-kac-vsv-stadion3.250.jpg Reinhard Eisenbauer

VSV mit Triumph im ersten Freiluftderby



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Samstag, 09.Januar 2010 - 17:37 - Meister KAC wartet im Jahr 2010 weiterhin auf seinen ersten Sieg. Die Klagenfurter mussten sich im Freiluftderby gegen einen clever spielenden VSV mit 1:3 geschlagen geben, kassierten damit ihre fünfte Niederlage in Serie, während die Villacher ihren fünften Platz absicherten.

Bei Schneefall startete das historische Kärntner Eishockey Derby zwischen dem KAC und dem VSV vor 30.500 Zuschauern in der Klagenfurter Fußball EM Arena. Während man sich auf Seiten des KAC bereits vor dem Spiel darauf geeinigt hatte, beide Torhüter in diesem Match einsetzen zu wollen, baute VSV Trainer Strömwall auf alte Villacher Kräfte und stellte Gert Prohaska zwischen die Pfosten.

Mit doch einigem Schnee auf der Eisfläche mussten die Akteure von Beginn weg zurecht kommen und benötigen entsprechende Anlaufzeit, um sich mit dem ungewohnten Untergrund vertraut zu machen. Es war der VSV, der die ersten guten Möglichkeiten vorfand, aber Rene Swette stand in dieser Anfangsphase sicher. Erst mit dem ersten Power Play fanden auch die Klagenfurter zu den ersten Einschusschancen, aber auch hier hatte Schlussmann Prohaska keine größeren Probleme.

Insgesamt schienen sich die Villacher mit ihrem kampfbetonten Spielansatz etwas leichter mit der schneebedeckten Unterlage, das technisch und laufintensive Spiel der Rotjacken wurde hingegen mehr gebremst. So machten die Gäste aus der Draustadt in ihrem ersten Überzahlspiel enorm Druck, ein Treffer blieb ihnen aber verwehrt.



Frisches Eis hilft KAC
Nach einer ersten Eisreinigung in der zehnten Minute wendete sich das Blatt aber. Plötzlich war der KAC das bessere Team und erzielte auch das erste Tor des Nachmittags. Kirk Furey erzielte es, durfte sich aber nicht darüber freuen, weil ihm die Anerkennung verwehrt blieb. Der Klagenfurter Stürmer hatte die Scheibe mit hohem Stock aus der Luft gefischt und ins Netz bugsiert, daher völlig korrekt kein Treffer.

Auch wenn die Rotjacken gegen Ende des Abschnitts mehr vom Spiel hatten, blieb es dennoch beim torlosen Remis nach 20 Minuten, die vor allem spielerisch noch einige Luft nach oben gelassen hatten.

Wie der erste Abschnitt geendet hatte, begann auch das zweite Drittel: mit Vorteilen und großen Chancen für Meister KAC, das Tor machte aber der Gast aus Villach. Nach einer schönen Drehung und versuchtem Bauerntrick von Roland Kaspitz konnte Rene Swette nicht klären, Michael Raffl stand goldrichtig und verwertete den Abpraller ohne große Probleme ins leere Netz.

Fehlstart für Parise
Die Klagenfurter versuchten sofort zu antworten, ihr letzter Pass kam aber oft zu ungenau, die Schüsse gingen knapp vorbei. Nach der Hälfte der Partie ersetzte wie vereinbart Jordan Parise seinen Kollegen Rene Swette im KAC Tor und erwischte einen echten Fehlstart. Der erste Torschuss auf das nun vom US Amerikaner gehütete Tor ging zwar vorbei, sprang aber von der Bande hinter dem Gehäuse wieder nach vorne, ging vom linken Schlittschuh Parises zum 2:0 für den VSV ins Gehäuse.

Die Adler konnten auch in den letzten 10 Minuten dieses Abschnitts ihrem guten Defensivkonzept treu bleiben, während Meister KAC zwar bis zur gegnerischen blauen Linie gut kombinierte, danach aber ideenlos und daher auch kaum gefährlich blieben. Die Villacher konnten demnach ihre Zweitoreführung nicht einmal unverdient in die zweite Pause bringen und entspannt dem letzten Abschnitt entgegen blicken.

Mit großen Vorsätzen gingen die Rotjacken in diese 20 Minuten, wollten das läuferische Element forcieren und Druck ausüben. Zwar starteten die Klagenfurter gut, schienen dann aber an Schwung zu verlieren. Bis eine Einzelleistung von Hundertpfund die Gastgeber wieder ins Spiel brachte. Der Youngster verkürzte auf 1:2, die Hoffnungen des Titelverteidigers lebten.

Eigentor als Vorentscheidung
Diese Hoffnung lebte aber nicht lange, denn im Gegenzug war es ein Eigentor eines Klagenfurters, der den alten Zweitorevorsprung des VSV wieder herstellte. Nach einem scharfen Querpasse von Günther Lanzinger ging die Scheibe von den Schlittschuhen Jason Morgans ins kurze Eck, vorbei am überraschten Parise zum 3:1 für die Adler ins Netz.

Ein schwerer Rückschlag für den Gastgeber, die knapp fünf Minuten brauchten, um darauf zu reagieren. Dann vergab Christoph Brandner im Power Play eine große Einschussmöglichkeit und knallte die Scheibe aus kurzer Distanz an den linken Schoner von VSV Schlussmann Prohaska. Die Zeit lief den Hausherren völlig ungenützt davon und so mussten die Klagenfurter schon zwei Minuten vor Schluss Torhüter Parise vom Eis nehmen, riskierten damit alles. Aber auch das blieb ohne Erfolg, denn die Adler machten ihre Abwehrzone dicht und ließen keine Chance mehr zu.

Das erste Freiluftderby endete somit mit einem Auswärtserfolg für Villach. Die Draustädter triumphierten mit typischen VSV Tugenden, profitierten aber nicht nur von Torhüterfehlern, sondern erarbeiteten sich mit guter Defensive einen verdienten Sieg.

Stimmen nach dem Spiel: Dieter Kalt (KAC): „Der VSV hat stark gekämpft, wir hatten viele Chancen, aber wenn wir keine Tore machen, können wir ein Spiel auch nicht gewinnen. Das ist das Leiden der letzten Spiele und hinten machen wir dann auch noch die entscheidenden Fehler. Jeder in der Mannschaft muss seine Arbeit machen, das ist aber derzeit nicht der Fall und so können wir nicht gewinnen.“
Mike Stewart (VSV): „Die Stimmung heute war unglaublich cool! Es war super vor 30.000 Zuschauern zu spielen. Wir sind sehr froh, dass wir dieses Spiel heute gewonnen haben. Das heute war ohne Frage das absolute Highlight meiner Karriere, ich werde das nie mehr vergessen! Unser Schlüssel heute war unser Unterzahlspiel und eine super Leistung von Prohaska. Wenn eine Mannschaft zusammenhält, so wie heute, dann können wir immer gewinnen.“

Manny Viveiros (Trainer KAC): "Wir hatten eigentlich Chancen genug, auch unser Power Play war nicht gefährlich. Wir müssen jetzt unser Selbstvertrauen wieder finden und wir wissen, dass wir es können. Wir müssen uns unser Glück aber auch verdienen, das läuft jetzt schon in den letzten Spielen so, wir arbeiten zu wenig für unser Glück."
Roland Kaspitz (VSV): "Viel schöner als heute hätte es nicht laufen können. Gewonnen haben nicht nur ich, Lanzinger und Raffl, sondern vor alle die Unterzahlspieler, die sich in alles reingeworfen haben. Es war eine sehr gute Mannschaftsleistung. Für mich war das der schönste Sieg seit dem Meistertitel. Ich bin stolz, dass ich in dieser Mannschaft spielen darf und dass wir heute hier gewonnen haben. Heute haben wir uns eine Feier verdient, am nächsten Freitag spielen wir wieder und werden dieses Spiel dann wieder hinter uns lassen müssen und wieder 100 Prozent arbeiten."

EC KAC - EC VSV 1:3 (0:0, 0:2, 1:1)
Zuschauer: 30.500
Referees: BERNEKER T.; HÜTTER A., KASPAR C.
Tore: HUNDERTPFUND T. (46:29 / SCHUMNIG M., FUREY K.) resp. RAFFL M. (25:10 / KASPITZ R.), RAFFL M. (30:04 / KASPITZ R., ELICK M.), KASPITZ R. (47:16 / LANZINGER G., RAFFL M.)
Goalkeepers: SWETTE R. (29 min. / 23 SA. / 1 GA.), PARISE J. (28 min. / 15 SA. / 2 GA.) resp. PROHASKA G. (60 min. / 36 SA. / 1 GA.)
Penalty in minuten: 10 resp. 20

Die Kader:
EC KAC: BRANDNER C., CRAIG M., FUREY K., GEIER M., Geier S., HAGER G., HERBURGER R., HUNDERTPFUND T., JAKOBITSCH S., KALT D., KIRISITS J., MORGAN J., PARISE J., PIRMANN M., RATZ H., REICHEL J., SCHNEIDER A., SCHULLER D., SCHUMNIG M., SHANTZ J., SWETTE R., TORY J.

EC VSV: BACHER S., BAN C., DI CASMIRRO N., ELICK M., FORTIN J., KASPITZ R., KRISTLER A., LANZINGER G., MARTIN M., MARTINZ C., MCLEOD K., PETRIK B., PETRIK N., PFEFFER T., PINTER P., PLATZER P., PROHASKA G., RAFFL M., STARKBAUM B., STEWART M., TOFF N., UNTERLUGGAUER G.

passende Links:

Erste Bank Eishockey Liga
EC Villacher SV
EC Klagenfurter AC